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Archiv für die Kategorie ‘Informationen von Dr. Zech’

Seminalplasmaspülung – Informationen der Privaten Kinderwunsch-Clinic

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Seminalplasmaspülung

Das Ejakulat enthält ca. 10% Spermien und 90% Seminalplasma (= flüssiger Anteil). Dieses Seminalplasma besteht wiederum zu ca. 75% aus dem Samenblasensekret und zu ca. 25% aus dem Prostatasekret.  Das Samenblasensekret enthält neben verschiedensten Proteinen, die für das alkalische Milieu (pH 7-8) verantwortlich sind auch den Fruchtzucker Fructose, welcher als Energielieferant für die Spermienmotilität dient. Proteasen (= Enzyme) im Prostatasekret sind für die Verflüssigung des Ejakulates verantwortlich und das darin enthaltene „Spermin“ unterstützt die Beweglichkeit und Reifung der Spermien.

Das Seminalplasma fördert die mütterliche Immunantwort und bewirkt eine Immuntoleranz gegenüber dem Embryo, sodass dieser als „eigen“ anerkannt und nicht wieder abgestoßen wird. Weiters verursacht das Seminalplasma sowohl molekulare als auch zelluläre Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, was für die  Einnistung des Embryos und dessen Weiterentwicklung essentiell ist.

Bei der natürlichen Zeugung eines Babys kommt die Gebärmutterschleimhaut (= Endometrium) automatisch mit den Wirkstoffen des Seminalplasmas des Mannes in Berührung, nicht jedoch bei der in vitro fertilisation. Wissenschaftlichen Studien zufolge konnte die Einnistungsrate des Embryos (= Implantationsrate) durch die sogenannte Seminalplasmaspülung erhöht werden. Dabei wird aufgereinigtes Seminalplasma (= Ejakulat ohne Spermien) unmittelbar nach der Eizellentnahme (= Einzellpunktion) schmerzfrei in den Gebärmutterhals und in  die Scheide gespritzt. Insbesonders bei Frauen mit mehrfach fehlgeschlagenen Einnistungen empfehlen wir unseren Patientinnen die Seminalplasmaspülung.

Bewertung – Meinungsumfrage – Benchmarking für unser IVF-Zentrum

Dienstag, 21. Dezember 2010

Die Private Kinderwunsch-Clinic bedankt sich sehr herzlich bei den 41 Kinderwunschpaaren, die beim Benchmarking für unser IVF-Zentrum teilgenommen haben. Mit diesem wichtiges Feedback können wir unsere Arbeit besser beurteilen und gleichzeitig unsere Patientinnen optimal betreuen.

Hier können Sie sich die Benchmarking-Ergebnisse ansehen.

Kryokonservierung im Rahmen künstlicher Befruchtung

Mittwoch, 01. Dezember 2010

Kryokonservierung

Unter Kryokonservierung versteht man das Tieffrieren von biologischem Material bei -196°C, was im Bereich der In-Vitro-Fertilisation (IVF) soviel heißt wie Spermien, Embryonen und Eizellen.

Spermien sind heute relativ unkompliziert zu konservieren. Bereits 1953 resultierte die erste Schwangerschaft aus tiefgefrorenen Spermien. Besonders empfehlenswert ist die Kryokonservierung von Spermien bei Krebspatienten vor einer Chemo- und Strahlentherapie, um dem Betroffenen auch nach seiner Krebsehandlung einen späteren Kinderwunsch zu erfüllen zu können.

Auch das Tieffrieren von Embryonen nach künstlicher Befruchtung ist heute eine gängige Methode im IVF-Bereich. Bereits 1984 wurde in Australien ein gesundes Mädchen geboren, das sich aus einem tiefgefrorenem Embryo entwickelte. Nach heutigem Wissensstand birgt das Kryokonservieren von befruchteten Eizellen keine gesundheitlichen Risiken für das werdende Kind.

Der Vorteil eines Cryo-Embryonentransfers für IVF-Patientinnen liegt darin, dass die deutlich niedrigere hormonelle Vorbereitung (im Vergleich zur Eizellpunktion) weniger zeitaufwendig, kostenaufwendig und belastend ist.

Der heutige Trend geht immer mehr dahin, dass die Ausbildung und Karriere von Frauen in den Vordergrund rückt, und der Kinderwunsch erst mit höherem Alter (über 30 Jahre) auftritt.  Dies hat allerdings zur Folge, dass die Qualität der Eizellen und somit die Fruchtbarkeit der Frau mit steigendem Alter abnimmt, und die Erfüllung des  Kinderwunsches erheblich erschwert. Dank reproduktionsmedizinischer  Techniken kann auch dieses Probelm gelöst werden, indem Frauen im fruchtbarsten Alter (20-35 Jahre) ihre noch unbefruchteten Eizellen tieffrieren lassen. Bei auftretendem Kinderwunsch in höherem Alter können diese kryokonservierten Eizellen für eine Befruchtung herangezogen werden.
Dies wurde durch neue Tieffriertechniken möglich gemacht.

Auch für Frauen, welche ab 35 noch nicht den geeigneten Partner für eine Familienplanung gefunden haben, ist dies eine geeignete Möglichkeit.

Gesunde Babies HIV-infizierter Väter durch künstliche Befruchtung

Donnerstag, 11. November 2010

Derzeit sind weltweit rund 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus (HIV) infiziert. Seit 1995 hat sich die Zahl der Medikamente zur Behandlung von AIDS vervielfacht, und damit die Lebensqualität von HIV-infizierten Personen stark verbessert. Durch die Fortschritte der antiretroviralen Therapie und der damit verbundenen steigenden Lebensperspektive von HIV-infizierten Menschen, wächst vielfach auch der Wunsch nach einem eigenen gesunden Kind.

Da eine HIV-Infektion jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit beim Geschlechtsverkehr auf den nicht infizierten Partner übertragen wird, und letzten Endes eventuell auch von der infizierten Mutter auf das Kind, schien bis vor wenigen Jahren dieser Wunsch noch unerfüllt zu bleiben.

Im Jahre 2003 publizierte ein französisches Forscherteam (Team von Jeanine Ohl vom Centre d´Assistance médicale à la procréation) erstmals die gefahrlose Zeugung von nicht infizierten Babies durch künstliche Befruchtung HIV-infizierter Väter. Bei HIV-positiven Frauen funktioniert die gefahrlose künstliche Befruchtung dagegen bisher nur schlecht, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Human Reproduktion (Band 18, Seite 1244).

Das Nativ-Ejakulat besteht aus 3 wesentlichen Bestandteilen: Spermien, Seminalplasma und nukleäre Begleitzellen (Vorläuferzellen der Spermatogenese und weiße Blutzellen). Das HI-Virus konnte bislang nur im Seminalplasma und in nukleären Begleitzellen nachgewiesen werden, in seltenen Fällen auch in unbeweglichen Spermien. Studien weisen darauf hin, dass vitale, bewegliche Spermazellen nicht als Virusträger in Betracht kommen (Weigel 1999, Pena 2003, Gilling-Smith 2003).

Heute können durch standardisierte Aufbereitungstechniken bewegliche gesunde Spermien von den übrigen Bestandteilen des Ejakulates getrennt, und die in der Samenflüssigkeit enthaltenen HI-Viren ausgesondert werden. Ein zusätzlicher Waschschritt garantiert die Reinheit der beweglichen gesunden Spermien.

Durch dieses Verfahren werden somit ausschließlich HIV-freie beweglich Spermien für die künstliche Befruchtung (ICSI, IMSI, IVF, Insemination) verwendet. Die Aufbereitung des Spermas HIV-infizierter Männer wurde 1987 zum ersten Mal publiziert (Semprini 1987). 1989 wurden in Italien und 1991 in Deutschland die ersten Inseminationen HIV-negativer Frauen mit dem aufbereiteten Samen ihrer HIV-infizierten Partner vorgenommen.

In keiner der bislang publizierten Studien mit HIV-positiven Männern, führte die künstliche Befruchtung zu einer HIV-Infektion der Partnerin bzw. des Kindes (Louis Bujan et al. 2007, V. Savasi et al. 2007, etc).

Vorraussetzung um auf diese Methode zurückgreifen zu können ist, dass der Infektionsprozess im infizierten Mann stabil ist, dh dass die Viruslast seit mindestens 6 Monaten unter der Nachweisgrenze liegt (dh die Virämie ist supprimiert).

Da auch wir an unserer Klinik der Meinung sind, jedes Paar verdient die Chance zur Verwirklichung ihres Kinderwunsches, bieten wir HIV-infizierten Männer die bestmögliche „Samenaufbereitung“ ihres Ejakulates an, um ihre Familienplanung zu ermöglichen.

IMSI erhöht Einnistungs- und Schwangerschaftsrate und vermindert Fehlgeburten – eine Meta-Analyse

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Amanda Souza Settia (Settia et al. 2010) und ihr Team publizierten diesen Monat eine Meta-Analyse in der sie ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion bei 400 facher mikroskopischer Vergrößerung) und IMSI (morphologisch selektierte intrazytoplasmatische Spermieninjektion bei 6000 facher mikroskopischer Vergrößerung) miteinander verglichen. Unter einer Meta-Analyse versteht man die Zusammenfassung von vielen verschiedenen Untersuchungen zu einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet, was für die Aussagekraft einer Methode von hoher Bedeutung ist.

Es konnte kein deutlicher (signifikanter) Unterschied in der Befruchtungsrate festgestellt werden, jedoch war die Einnistungs- und Schwangerschaftsrate bei IMSI-Patientinnen um das 3-fache höher als bei Patientin deren Spermien mittels ICSI (400 fache mikroskopische Vergrößerung) ausgewählt wurden. Des weiteren konnten mittels IMSI die Fehlgeburten (= Aborte) um 40% verringert werden.

Wie bereits mehrfach im Kreis der Reproduktionsmediziner diskutiert, scheinen mikroskopisch sichtbare Veränderungen, die nur unter 6000 facher Vergrößerung im Mikroskop gesehen werden können, sehr wohl einen dramatischen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft zu haben.

Quelle: ReproductiveBioMedicineOnline Volume 21, Issue4, Pages 450-455 (Oktober 2010)

Medizin-Nobelpreis 2010 geht an den IVF-Erfinder Edwards

Mittwoch, 06. Oktober 2010

„Ich gratuliere meinem Mentor und freue mich, dass er endlich den Nobelpreis erhalten hat!“
Zitat von Dr. Josef Zech.

Der diesjährige Nobelpreis für Physiologie und Medizin geht an den 85-jährigen britischen Wissenschaftler
Robert G. Edwards, der gemeinsam mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe die In-Vitro-Fertilisation entwickelte
und im Jahre 1978 das weltweit erste “Retortenbaby” zeugte. Der Preis ist mit ca. 1 Mio. Euro dotiert.

Edwards legte einige Meilensteine im Bereich der künstlichen Befruchtung. So schafft er es erstmals 1969 im
Labor eine menschliche Eizelle zu befruchten, welche sich allerdings nicht weiterentwickelte. Deshalb trat er an
den bereits 1988 verstorbenen Gynäkologen Patrick Steptoe heran, welcher sich mit der Laparoskopie (Organe
in der Bauchhöhle werden am Bildschirm direkt sichtbar gemacht) sehr gut auskannte. Diese Technik machte
es möglich die Eierstöcke genauer zu inspizieren, und daraus Eizellen zu gewinnen. Diese Eizellen kultivierte
Edwards dann im Labor und brachte sie mit Spermien zusammen. 1978 transferierte Edwards und sein Team
einen Embryo im 8-Zellstadium und daraus entwickelte sich ein gesundes per Kaiserschnitt geborenes Baby,
Louise Brown, das erste Retortenbaby der Welt.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung haben sich in den letzten Jahrzehnten verfeinert, so werden heute
bespielsweise neben der klassischen IVF auch Inseminationen, intrazytoplasmatische Spermieninjektion
(ICSI mit 400 facher mikroskopischer Vergrößerung der Spermien) und morphologisch selektierte
intrazytoplasmatische Spermieninjektion (IMSI mit 6000 facher mikroskopischer Vergrößerung der Spermien)
angewendet, um auf unterschiedliche Faktoren der Infertilität einzugehen.

Bis heute sind bereits mehr als 4 Mio. Menschen durch künstliche Befruchtung weltweit gezeugt worden und
noch Unzählige werden folgen. Wenn man bedenkt, dass Unfruchtbarkeit jede 10. Partnerschaft weltweit betrifft,
kann mal wohl sagen, dass Robert Geffrey Edwards diese Auszeichnung wirklich verdient hat und im wahrsten
Sinne des Wortes Vater von “Millionen” ist.

IVF Kinder schneiden besser ab – Studie der Universität Iowa

Mittwoch, 06. Oktober 2010

Kinder, die mittels künstlicher Befruchtung gezeugt wurden,
schnitten bei Schulischem Leistungstest besser ab, als auf
„natürlichem Wege“ gezeugte Kinder

Eine Studie der Universität Iowa zeigte unlängst, dass IVF-Kinder bei einem schulischen
Leistungstest (Test of Basic Skills and the Iowa Test for Educational Development ITBS/ED)
im Vergleich zu ihren gleichaltrigen Mitschülern, die durch Geschlechtsverkehr gezeugt wurden
sowohl in Mathematik, Vokabular, Lesen als auch Fremdsprachen im Durchschnitt besser abschnitten.

Dr. Van Voorhis, Direktor des Zentrums für „Advanced Reproductive Care“ der Universität Iowa und
seine Kollegen untersuchten in dieser Studie 423 Kinder im Alter zwischen 8 und 17 Jahren, die durch
künstliche Befruchtung gezeugt wurden.  Ebenso wurden persönliche Daten der Eltern wie Ethik,
Ausbildung, Alter und Familienstand analysiert.  Der Großteil der Eltern war weiß, hatte eine höhere
Schulbildung genossen, war verheiratet und das Durchschnittsalter der Mütter lag bei 34 Jahren.

Als Vergleichsgruppe wurden 372 geschlechts- und altersgleiche Kinder der selben Schulklassen
herangezogen, die durch natürlichen Geschlechtsverkehr gezeugt wurden. Jedoch wurden von den
Eltern der Kontrollgruppe keine persönlichen Daten erfasst.

Desweiteren wurden unterschiedliche IVF-Prozduren unter die Lupe genommen, wie zum Beispiel
kryokonservierte Embryonen vs. nicht tiefgefrorene Embryonen oder unterschiedliche Methoden der
Insemination.

Interessanterweise zeigten unterschiedliche IVF-Methoden keinen Einfluss auf die schulischen
Leistungen der IVF-Kinder. Obwohl die durchgeführte Studie nicht erklären konnte, warum IVF-Kinder
bei den Leistungstestes besser abschnitten als ihre Mitschüler, vermutet Direktor Van Voorhis, dass das
höhere Alter der Eltern von IVF-Kindern (Durchschnittsalter der Mütter 34)  und ihre gute Schulbildung
einen positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen der Kinder haben könnte. Dennoch ist sich Dr.
Van Voorhis sicher, dass es noch andere Unterschiede zwischen IVF-Kindern und Kindern, die auf
natürliche Weise gezeugt wurden geben müsste, welche die Ergebnisse dieser Studie erklären würde.

Diese Studie erscheint in der Oktober Ausgabe des Journal „Human Reproduction“.

Informationen zu IVF

Einfacher Bluttest kann das Eintreten der Menopause vorhersagen!

Dienstag, 21. September 2010

Die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons macht es nun anhand eines einfachen Bluttests möglich,
eine früh eintretende Menopause vorher zu sagen. Im Alter von 18-30 Jahren ändert sich die AMH-
Konzentration bei Frauen kaum. Nach dem 30. Lebensjahr fällt der Serumspiegel jedoch kontinuierlich
ab, auf einen nicht mehr messbaren Wert in der Menopause unter 0,4 µg/l.

  • Frauen in der fertilen Lebensphase: AMH 1–10 µg/l
  • eingeschränkte ovarielle Restfunktion: AMH 0,4–1,0 µg/l

Da AMH nur von den potentiell reifungsfähigen Primärfollikeln und den Sekundärfollikeln gebildet wird,
ist AMH ein idealer Marker der ovariellen Funktionsreserve. Es besteht eine sehr gute Korrelation zwischen
dem Serum-AMH-Spiegel und der Anzahl der potentiell reifungsfähigen Follikel und somit der Funktionsreserve
des Ovars (de Vet A et al., Fertil Steril 2002;77:357-362).

AMH kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Menstruationszyklus untersucht werden, da es keine
zyklusabhängigen Schwankungen unterliegt (La Marca A et al., Hum Reprod 2007;22:766-771).

Die iranische Wissenschaftlerin Fahimeh Ramezani Tehrani präsentierte im Juni dieses Jahres ihre neuesten
Studienerkenntnisse bezüglich AMH-Konzentrationen und Eintritt der Menopause auf dem European Society
of Human Reproduction & Embryology-Kongress in Rom. 266 Frauen zw. 20 und 49 Jahren wurden in dieser
Studie hinsichtlich ihrer AMH-Konzentration untersucht. Den Ergebnissen zufolge tritt Beispielsweise bei 20
Jährigen Frauen mit einem AMH-Wert von 4,1 µg/l die Menopause bereits vor dem 45. Lebensjahr ein,
wohingegen ein AMH-Wert von 4,5 µg/l und darüber auf eine spätere Menopause (ca. 52. Lebensjahr) hindeutet.

Weniger Aborte mittels IMSI = Intrazytoplasmische Morphologisch Selektierte Spermien Injektion

Dienstag, 21. September 2010

Bei dieser Methode werden Spermien bei 6000 facher Vergrößerung unter dem Mikroskop begutachtet.
Jene Spermien, die keine morphologischen Anomalien aufweisen (korrekte Kopf-, Hals-, Schwanzform)
werden dabei ausgewählt. Das Besondere an dieser Methode ist, dass aufgrund der hohen Vergrößerung
auch Vakuolen entdeckt werden können.

Vakuolen sind flüssigkeitsgefüllte Zellbestandteile, die bereits zu Beginn der Spermiogenese im Kopfbereich
gebildet werden, und häufig mit DNA-Schäden assoziiert werden. Neuesten Forschungsergebnissen zu Folge,
korrelieren große Vakuolen mit hoher DNA-Fragmentierung und chromosomalen Anomalien.

DNA-Fragmentierungen können, wie wir es in unserer Klinik routinemäßig durchführen,
mittels HALO-Sperm-Test nachgewiesen werden.

Des weiteren präsentierten Wissenschaftler auf dem ESHRE = European Society of Human Reproduction &
Embryology-Kongress 2010 in Rom, dass mittels IMSI die Abortrate gesenkt werden, und die On-going-
Schwangerschaftsrate im Vergleich zu ICSI (400 fache Vergrößerung) erhöht werden konnte.  Auch in unserer
Klinik zeigen statistische Daten von 2008,  dass wir eine signifikant höhere kumulative Implantationsrate (IMSI
38% vs. ICSI 28%), klinische Schwangerschaftsrate (IMSI 68% vs. ICSI 32%) und Baby-take-home-Rate (IMSI
53% vs. ICSI 30%) mit IMSI erzielten als mit ICSI.

Ungewollte Kinderlosigkeit – Unerfüllter Kinderwunsch – Ursachen

Sonntag, 05. September 2010

Endlich schwanger werden!
Daran kann es liegen: Mögliche Ursachen

Unfruchtbarkeit hat in den meisten Fällen keine erbliche, sondern eine erworbene Ursache. Während beispielsweise 1970 noch ca. 90 % der Frauen und Männer bei der  Geburt ihres ersten Kindes unter 30 Jahre alt waren, sind bereits heute mehr als ein Viertel der Paare älter als 30 Jahre. Bereits ab dem 30. und stärker noch ab dem 35. und 40. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit der Frau und etwa ab dem 40. Lebensjahr die Samenproduktion und -qualität  beim Mann langsam ab.

Unfruchtbarkeit bei der Frau

Störung der Eizellenreifung

Die gestörte Eizellreifung ist ein häufiger Grund für die Unfruchtbarkeit der Frau. Hinter der Störung steht meist eine hormonelle Fehlfunktion in den Eierstöcken. Stehen die  Hormone in einem Ungleichgewicht zueinander, kann neben der Eizellreifung auch der Eisprung oder die Bildung des Gelbkörpers negativ beeinflusst werden.

Eileiterbedingte Unfruchtbarkeit

Die Eileiter sind das „Förderband“ für die Samenzellen zur Eizelle und für die befruchteten Eizellen in Richtung Gebärmutterhöhle.  Sind die Eileiter verklebt oder anderweitig verschlossen, kann der Transport der Eizellen erschwert oder unmöglich sein. Ein Verschluss der Eileiter kann durch Entzündungen, vorangegangene Eileiterschwangerschaften, Operationen oder durch eine spontane Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) bedingt sein.

Endometriose

Endometriose bedeutet Wachstum der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese Wucherungen können neben Harnblase, Darm und Bauchhöhle auch die Fortpflanzungsorgane wie Eileiter und Eierstöcke betreffen, so dass eine Empfängnis erschwert wird. Die Ursache für die Endometriose ist weitgehend unbekannt.

Veränderung der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses

Der Gebärmutterhals ist, ähnlich wie bei einem Flaschenhals, für die Spermien auf dem Weg zur Eizelle die engste Stelle. Durch Vernarbung (Operation), Verschlüsse oder Entzündungen kann die Fortpflanzung auch in diesem Bereich behindert werden.

Muskelknoten (Myome) in der Gebärmutter sind manchmal der Grund für anhaltende Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten.

Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileitern oder Gebärmutter

In sehr seltenen Fällen sind Fehlbildungen an den Fortpflanzungsorganen der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch.

Polyzystisches Ovar (PCO)

Oft wird die Unfruchtbarkeit bei der Frau durch das Auftreten vieler kleiner Zysten

(mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen) in den Eierstöcken (polyzystisches Ovar) ausgelöst.

Unfruchtbarkeit beim Mann

Die häufigste Störung der Fruchtbarkeit beim Mann ist eine mangelhafte Produktion normaler und gut beweglicher Spermien.

Die Ursachen hierfür können vielfältig sein:

  • Eine Mumpsinfektion in der Kindheit
  • Krampfadern im Bereich der Hoden
  • Hodenhochstand
  • Hormonstörungen
  • Diabetes
  • Operierte Tumore
  • Schädigung in der Erbanlage
  • Stress
  • Infektionen
  • Umweltbelastungen
  • Starker Nikotin- und/oder Alkoholkonsum

Oft lassen sich allerdings die Ursachen nicht eindeutig finden. Eine weitere, wenn auch seltenere Ursache liegt in einem gestörten Spermientransport. In diesem Fall werden zwar genügend Spermien gebildet, sie können aber, weil die Samenleiter blockiert sind, nicht in den Körper der Frau gelangen. Meist sind unterentwickelte oder verklebte Nebenhodengänge oder eine vorausgegangene Sterilisation die Ursache.