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Unerfüllter Kinderwunsch – Neuigkeiten aus der Reproduktionsmedizin: Der Zech Selektor

14. April 2011

Der Zech Selektor: Sensationelle Methode für die Reproduktionsmedizin

Samenzellen müssen, bevor sie für Befruchtungszwecke verwendet werden können, aus der Samenflüssigkeit gewonnen werden. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Die am häufigsten angewandten Verfahren benötigen Zentrifugationsschritte, bei denen die Samenzellen jedoch noch zusätzlich geschädigt werden können und auch sehr aufwändig sind. Dr. Josef Zech entwickelte schon vor mehreren Jahren eine Technologie, mit der es möglich ist, Samenzellen ohne Zentrifugation in höchster Qualität und in sehr hohen Mengen zu gewinnen. Nach mehreren Verbesserungen seiner Technologie (Zech-Selector) ist es ihm nun gelungen, nicht nur Samenzellen zu gewinnen, die eine gute Beweglichkeit, eine hohe Dichte und gute Morphologie aufweisen, sondern erstmals ist es möglich, ohne großen Aufwand, mittels einer genial einfachen Art und Weise, Samenzellen zu gewinnen, welche nahezu zu 100% frei sind von DNA-Strangbrüchen.

DNA-Strangbrüche sind Schädigungen des Erbgutes und entstehen im Körper des Menschen durch unterschiedlichste Einflüsse und haben zur Folge, dass die Erbinformation negativ verändert wird. Dies kann dazu führen, dass Frauen nicht schwanger werden, dass Schwangerschaften frühzeitig in einer Fehlgeburt enden oder dass vermehrt Missbildungen bei Kindern entstehen.

Hier sehen Sie ein Video über den Zech Selektor in Deutsch:

Here you see a video about the Zech-Selector in english:

Mehr Informationen zum Zech Selector

Seminalplasmaspülung – Informationen der Privaten Kinderwunsch-Clinic

29. Dezember 2010

Seminalplasmaspülung

Das Ejakulat enthält ca. 10% Spermien und 90% Seminalplasma (= flüssiger Anteil). Dieses Seminalplasma besteht wiederum zu ca. 75% aus dem Samenblasensekret und zu ca. 25% aus dem Prostatasekret.  Das Samenblasensekret enthält neben verschiedensten Proteinen, die für das alkalische Milieu (pH 7-8) verantwortlich sind auch den Fruchtzucker Fructose, welcher als Energielieferant für die Spermienmotilität dient. Proteasen (= Enzyme) im Prostatasekret sind für die Verflüssigung des Ejakulates verantwortlich und das darin enthaltene „Spermin“ unterstützt die Beweglichkeit und Reifung der Spermien.

Das Seminalplasma fördert die mütterliche Immunantwort und bewirkt eine Immuntoleranz gegenüber dem Embryo, sodass dieser als „eigen“ anerkannt und nicht wieder abgestoßen wird. Weiters verursacht das Seminalplasma sowohl molekulare als auch zelluläre Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, was für die  Einnistung des Embryos und dessen Weiterentwicklung essentiell ist.

Bei der natürlichen Zeugung eines Babys kommt die Gebärmutterschleimhaut (= Endometrium) automatisch mit den Wirkstoffen des Seminalplasmas des Mannes in Berührung, nicht jedoch bei der in vitro fertilisation. Wissenschaftlichen Studien zufolge konnte die Einnistungsrate des Embryos (= Implantationsrate) durch die sogenannte Seminalplasmaspülung erhöht werden. Dabei wird aufgereinigtes Seminalplasma (= Ejakulat ohne Spermien) unmittelbar nach der Eizellentnahme (= Einzellpunktion) schmerzfrei in den Gebärmutterhals und in  die Scheide gespritzt. Insbesonders bei Frauen mit mehrfach fehlgeschlagenen Einnistungen empfehlen wir unseren Patientinnen die Seminalplasmaspülung.

Frohe Weihnachten wünscht die Private Kinderwunsch-Clinic

24. Dezember 2010

Das Team der Privaten Kinderwunsch-Clinic wünscht allen BesucherInnen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2011!

Frohe Weihnachten wünscht die Private Kinderwunsch-Clinic

Bewertung – Meinungsumfrage – Benchmarking für unser IVF-Zentrum

21. Dezember 2010

Die Private Kinderwunsch-Clinic bedankt sich sehr herzlich bei den 41 Kinderwunschpaaren, die beim Benchmarking für unser IVF-Zentrum teilgenommen haben. Mit diesem wichtiges Feedback können wir unsere Arbeit besser beurteilen und gleichzeitig unsere Patientinnen optimal betreuen.

Hier können Sie sich die Benchmarking-Ergebnisse ansehen.

Kryokonservierung im Rahmen künstlicher Befruchtung

01. Dezember 2010

Kryokonservierung

Unter Kryokonservierung versteht man das Tieffrieren von biologischem Material bei -196°C, was im Bereich der In-Vitro-Fertilisation (IVF) soviel heißt wie Spermien, Embryonen und Eizellen.

Spermien sind heute relativ unkompliziert zu konservieren. Bereits 1953 resultierte die erste Schwangerschaft aus tiefgefrorenen Spermien. Besonders empfehlenswert ist die Kryokonservierung von Spermien bei Krebspatienten vor einer Chemo- und Strahlentherapie, um dem Betroffenen auch nach seiner Krebsehandlung einen späteren Kinderwunsch zu erfüllen zu können.

Auch das Tieffrieren von Embryonen nach künstlicher Befruchtung ist heute eine gängige Methode im IVF-Bereich. Bereits 1984 wurde in Australien ein gesundes Mädchen geboren, das sich aus einem tiefgefrorenem Embryo entwickelte. Nach heutigem Wissensstand birgt das Kryokonservieren von befruchteten Eizellen keine gesundheitlichen Risiken für das werdende Kind.

Der Vorteil eines Cryo-Embryonentransfers für IVF-Patientinnen liegt darin, dass die deutlich niedrigere hormonelle Vorbereitung (im Vergleich zur Eizellpunktion) weniger zeitaufwendig, kostenaufwendig und belastend ist.

Der heutige Trend geht immer mehr dahin, dass die Ausbildung und Karriere von Frauen in den Vordergrund rückt, und der Kinderwunsch erst mit höherem Alter (über 30 Jahre) auftritt.  Dies hat allerdings zur Folge, dass die Qualität der Eizellen und somit die Fruchtbarkeit der Frau mit steigendem Alter abnimmt, und die Erfüllung des  Kinderwunsches erheblich erschwert. Dank reproduktionsmedizinischer  Techniken kann auch dieses Probelm gelöst werden, indem Frauen im fruchtbarsten Alter (20-35 Jahre) ihre noch unbefruchteten Eizellen tieffrieren lassen. Bei auftretendem Kinderwunsch in höherem Alter können diese kryokonservierten Eizellen für eine Befruchtung herangezogen werden.
Dies wurde durch neue Tieffriertechniken möglich gemacht.

Auch für Frauen, welche ab 35 noch nicht den geeigneten Partner für eine Familienplanung gefunden haben, ist dies eine geeignete Möglichkeit.

Gesunde Babies HIV-infizierter Väter durch künstliche Befruchtung

11. November 2010

Derzeit sind weltweit rund 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus (HIV) infiziert. Seit 1995 hat sich die Zahl der Medikamente zur Behandlung von AIDS vervielfacht, und damit die Lebensqualität von HIV-infizierten Personen stark verbessert. Durch die Fortschritte der antiretroviralen Therapie und der damit verbundenen steigenden Lebensperspektive von HIV-infizierten Menschen, wächst vielfach auch der Wunsch nach einem eigenen gesunden Kind.

Da eine HIV-Infektion jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit beim Geschlechtsverkehr auf den nicht infizierten Partner übertragen wird, und letzten Endes eventuell auch von der infizierten Mutter auf das Kind, schien bis vor wenigen Jahren dieser Wunsch noch unerfüllt zu bleiben.

Im Jahre 2003 publizierte ein französisches Forscherteam (Team von Jeanine Ohl vom Centre d´Assistance médicale à la procréation) erstmals die gefahrlose Zeugung von nicht infizierten Babies durch künstliche Befruchtung HIV-infizierter Väter. Bei HIV-positiven Frauen funktioniert die gefahrlose künstliche Befruchtung dagegen bisher nur schlecht, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Human Reproduktion (Band 18, Seite 1244).

Das Nativ-Ejakulat besteht aus 3 wesentlichen Bestandteilen: Spermien, Seminalplasma und nukleäre Begleitzellen (Vorläuferzellen der Spermatogenese und weiße Blutzellen). Das HI-Virus konnte bislang nur im Seminalplasma und in nukleären Begleitzellen nachgewiesen werden, in seltenen Fällen auch in unbeweglichen Spermien. Studien weisen darauf hin, dass vitale, bewegliche Spermazellen nicht als Virusträger in Betracht kommen (Weigel 1999, Pena 2003, Gilling-Smith 2003).

Heute können durch standardisierte Aufbereitungstechniken bewegliche gesunde Spermien von den übrigen Bestandteilen des Ejakulates getrennt, und die in der Samenflüssigkeit enthaltenen HI-Viren ausgesondert werden. Ein zusätzlicher Waschschritt garantiert die Reinheit der beweglichen gesunden Spermien.

Durch dieses Verfahren werden somit ausschließlich HIV-freie beweglich Spermien für die künstliche Befruchtung (ICSI, IMSI, IVF, Insemination) verwendet. Die Aufbereitung des Spermas HIV-infizierter Männer wurde 1987 zum ersten Mal publiziert (Semprini 1987). 1989 wurden in Italien und 1991 in Deutschland die ersten Inseminationen HIV-negativer Frauen mit dem aufbereiteten Samen ihrer HIV-infizierten Partner vorgenommen.

In keiner der bislang publizierten Studien mit HIV-positiven Männern, führte die künstliche Befruchtung zu einer HIV-Infektion der Partnerin bzw. des Kindes (Louis Bujan et al. 2007, V. Savasi et al. 2007, etc).

Vorraussetzung um auf diese Methode zurückgreifen zu können ist, dass der Infektionsprozess im infizierten Mann stabil ist, dh dass die Viruslast seit mindestens 6 Monaten unter der Nachweisgrenze liegt (dh die Virämie ist supprimiert).

Da auch wir an unserer Klinik der Meinung sind, jedes Paar verdient die Chance zur Verwirklichung ihres Kinderwunsches, bieten wir HIV-infizierten Männer die bestmögliche „Samenaufbereitung“ ihres Ejakulates an, um ihre Familienplanung zu ermöglichen.

IMSI erhöht Einnistungs- und Schwangerschaftsrate und vermindert Fehlgeburten – eine Meta-Analyse

21. Oktober 2010

Amanda Souza Settia (Settia et al. 2010) und ihr Team publizierten diesen Monat eine Meta-Analyse in der sie ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion bei 400 facher mikroskopischer Vergrößerung) und IMSI (morphologisch selektierte intrazytoplasmatische Spermieninjektion bei 6000 facher mikroskopischer Vergrößerung) miteinander verglichen. Unter einer Meta-Analyse versteht man die Zusammenfassung von vielen verschiedenen Untersuchungen zu einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet, was für die Aussagekraft einer Methode von hoher Bedeutung ist.

Es konnte kein deutlicher (signifikanter) Unterschied in der Befruchtungsrate festgestellt werden, jedoch war die Einnistungs- und Schwangerschaftsrate bei IMSI-Patientinnen um das 3-fache höher als bei Patientin deren Spermien mittels ICSI (400 fache mikroskopische Vergrößerung) ausgewählt wurden. Des weiteren konnten mittels IMSI die Fehlgeburten (= Aborte) um 40% verringert werden.

Wie bereits mehrfach im Kreis der Reproduktionsmediziner diskutiert, scheinen mikroskopisch sichtbare Veränderungen, die nur unter 6000 facher Vergrößerung im Mikroskop gesehen werden können, sehr wohl einen dramatischen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft zu haben.

Quelle: ReproductiveBioMedicineOnline Volume 21, Issue4, Pages 450-455 (Oktober 2010)

Medizin-Nobelpreis 2010 geht an den IVF-Erfinder Edwards

06. Oktober 2010

„Ich gratuliere meinem Mentor und freue mich, dass er endlich den Nobelpreis erhalten hat!“
Zitat von Dr. Josef Zech.

Der diesjährige Nobelpreis für Physiologie und Medizin geht an den 85-jährigen britischen Wissenschaftler
Robert G. Edwards, der gemeinsam mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe die In-Vitro-Fertilisation entwickelte
und im Jahre 1978 das weltweit erste “Retortenbaby” zeugte. Der Preis ist mit ca. 1 Mio. Euro dotiert.

Edwards legte einige Meilensteine im Bereich der künstlichen Befruchtung. So schafft er es erstmals 1969 im
Labor eine menschliche Eizelle zu befruchten, welche sich allerdings nicht weiterentwickelte. Deshalb trat er an
den bereits 1988 verstorbenen Gynäkologen Patrick Steptoe heran, welcher sich mit der Laparoskopie (Organe
in der Bauchhöhle werden am Bildschirm direkt sichtbar gemacht) sehr gut auskannte. Diese Technik machte
es möglich die Eierstöcke genauer zu inspizieren, und daraus Eizellen zu gewinnen. Diese Eizellen kultivierte
Edwards dann im Labor und brachte sie mit Spermien zusammen. 1978 transferierte Edwards und sein Team
einen Embryo im 8-Zellstadium und daraus entwickelte sich ein gesundes per Kaiserschnitt geborenes Baby,
Louise Brown, das erste Retortenbaby der Welt.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung haben sich in den letzten Jahrzehnten verfeinert, so werden heute
bespielsweise neben der klassischen IVF auch Inseminationen, intrazytoplasmatische Spermieninjektion
(ICSI mit 400 facher mikroskopischer Vergrößerung der Spermien) und morphologisch selektierte
intrazytoplasmatische Spermieninjektion (IMSI mit 6000 facher mikroskopischer Vergrößerung der Spermien)
angewendet, um auf unterschiedliche Faktoren der Infertilität einzugehen.

Bis heute sind bereits mehr als 4 Mio. Menschen durch künstliche Befruchtung weltweit gezeugt worden und
noch Unzählige werden folgen. Wenn man bedenkt, dass Unfruchtbarkeit jede 10. Partnerschaft weltweit betrifft,
kann mal wohl sagen, dass Robert Geffrey Edwards diese Auszeichnung wirklich verdient hat und im wahrsten
Sinne des Wortes Vater von “Millionen” ist.

IVF Kinder schneiden besser ab – Studie der Universität Iowa

06. Oktober 2010

Kinder, die mittels künstlicher Befruchtung gezeugt wurden,
schnitten bei Schulischem Leistungstest besser ab, als auf
„natürlichem Wege“ gezeugte Kinder

Eine Studie der Universität Iowa zeigte unlängst, dass IVF-Kinder bei einem schulischen
Leistungstest (Test of Basic Skills and the Iowa Test for Educational Development ITBS/ED)
im Vergleich zu ihren gleichaltrigen Mitschülern, die durch Geschlechtsverkehr gezeugt wurden
sowohl in Mathematik, Vokabular, Lesen als auch Fremdsprachen im Durchschnitt besser abschnitten.

Dr. Van Voorhis, Direktor des Zentrums für „Advanced Reproductive Care“ der Universität Iowa und
seine Kollegen untersuchten in dieser Studie 423 Kinder im Alter zwischen 8 und 17 Jahren, die durch
künstliche Befruchtung gezeugt wurden.  Ebenso wurden persönliche Daten der Eltern wie Ethik,
Ausbildung, Alter und Familienstand analysiert.  Der Großteil der Eltern war weiß, hatte eine höhere
Schulbildung genossen, war verheiratet und das Durchschnittsalter der Mütter lag bei 34 Jahren.

Als Vergleichsgruppe wurden 372 geschlechts- und altersgleiche Kinder der selben Schulklassen
herangezogen, die durch natürlichen Geschlechtsverkehr gezeugt wurden. Jedoch wurden von den
Eltern der Kontrollgruppe keine persönlichen Daten erfasst.

Desweiteren wurden unterschiedliche IVF-Prozduren unter die Lupe genommen, wie zum Beispiel
kryokonservierte Embryonen vs. nicht tiefgefrorene Embryonen oder unterschiedliche Methoden der
Insemination.

Interessanterweise zeigten unterschiedliche IVF-Methoden keinen Einfluss auf die schulischen
Leistungen der IVF-Kinder. Obwohl die durchgeführte Studie nicht erklären konnte, warum IVF-Kinder
bei den Leistungstestes besser abschnitten als ihre Mitschüler, vermutet Direktor Van Voorhis, dass das
höhere Alter der Eltern von IVF-Kindern (Durchschnittsalter der Mütter 34)  und ihre gute Schulbildung
einen positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen der Kinder haben könnte. Dennoch ist sich Dr.
Van Voorhis sicher, dass es noch andere Unterschiede zwischen IVF-Kindern und Kindern, die auf
natürliche Weise gezeugt wurden geben müsste, welche die Ergebnisse dieser Studie erklären würde.

Diese Studie erscheint in der Oktober Ausgabe des Journal „Human Reproduction“.

Informationen zu IVF

Einfacher Bluttest kann das Eintreten der Menopause vorhersagen!

21. September 2010

Die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons macht es nun anhand eines einfachen Bluttests möglich,
eine früh eintretende Menopause vorher zu sagen. Im Alter von 18-30 Jahren ändert sich die AMH-
Konzentration bei Frauen kaum. Nach dem 30. Lebensjahr fällt der Serumspiegel jedoch kontinuierlich
ab, auf einen nicht mehr messbaren Wert in der Menopause unter 0,4 µg/l.

  • Frauen in der fertilen Lebensphase: AMH 1–10 µg/l
  • eingeschränkte ovarielle Restfunktion: AMH 0,4–1,0 µg/l

Da AMH nur von den potentiell reifungsfähigen Primärfollikeln und den Sekundärfollikeln gebildet wird,
ist AMH ein idealer Marker der ovariellen Funktionsreserve. Es besteht eine sehr gute Korrelation zwischen
dem Serum-AMH-Spiegel und der Anzahl der potentiell reifungsfähigen Follikel und somit der Funktionsreserve
des Ovars (de Vet A et al., Fertil Steril 2002;77:357-362).

AMH kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Menstruationszyklus untersucht werden, da es keine
zyklusabhängigen Schwankungen unterliegt (La Marca A et al., Hum Reprod 2007;22:766-771).

Die iranische Wissenschaftlerin Fahimeh Ramezani Tehrani präsentierte im Juni dieses Jahres ihre neuesten
Studienerkenntnisse bezüglich AMH-Konzentrationen und Eintritt der Menopause auf dem European Society
of Human Reproduction & Embryology-Kongress in Rom. 266 Frauen zw. 20 und 49 Jahren wurden in dieser
Studie hinsichtlich ihrer AMH-Konzentration untersucht. Den Ergebnissen zufolge tritt Beispielsweise bei 20
Jährigen Frauen mit einem AMH-Wert von 4,1 µg/l die Menopause bereits vor dem 45. Lebensjahr ein,
wohingegen ein AMH-Wert von 4,5 µg/l und darüber auf eine spätere Menopause (ca. 52. Lebensjahr) hindeutet.