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Mit ‘Imsi’ getaggte Artikel

Gesunde Babies HIV-infizierter Väter durch künstliche Befruchtung

Donnerstag, 11. November 2010

Derzeit sind weltweit rund 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus (HIV) infiziert. Seit 1995 hat sich die Zahl der Medikamente zur Behandlung von AIDS vervielfacht, und damit die Lebensqualität von HIV-infizierten Personen stark verbessert. Durch die Fortschritte der antiretroviralen Therapie und der damit verbundenen steigenden Lebensperspektive von HIV-infizierten Menschen, wächst vielfach auch der Wunsch nach einem eigenen gesunden Kind.

Da eine HIV-Infektion jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit beim Geschlechtsverkehr auf den nicht infizierten Partner übertragen wird, und letzten Endes eventuell auch von der infizierten Mutter auf das Kind, schien bis vor wenigen Jahren dieser Wunsch noch unerfüllt zu bleiben.

Im Jahre 2003 publizierte ein französisches Forscherteam (Team von Jeanine Ohl vom Centre d´Assistance médicale à la procréation) erstmals die gefahrlose Zeugung von nicht infizierten Babies durch künstliche Befruchtung HIV-infizierter Väter. Bei HIV-positiven Frauen funktioniert die gefahrlose künstliche Befruchtung dagegen bisher nur schlecht, berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Human Reproduktion (Band 18, Seite 1244).

Das Nativ-Ejakulat besteht aus 3 wesentlichen Bestandteilen: Spermien, Seminalplasma und nukleäre Begleitzellen (Vorläuferzellen der Spermatogenese und weiße Blutzellen). Das HI-Virus konnte bislang nur im Seminalplasma und in nukleären Begleitzellen nachgewiesen werden, in seltenen Fällen auch in unbeweglichen Spermien. Studien weisen darauf hin, dass vitale, bewegliche Spermazellen nicht als Virusträger in Betracht kommen (Weigel 1999, Pena 2003, Gilling-Smith 2003).

Heute können durch standardisierte Aufbereitungstechniken bewegliche gesunde Spermien von den übrigen Bestandteilen des Ejakulates getrennt, und die in der Samenflüssigkeit enthaltenen HI-Viren ausgesondert werden. Ein zusätzlicher Waschschritt garantiert die Reinheit der beweglichen gesunden Spermien.

Durch dieses Verfahren werden somit ausschließlich HIV-freie beweglich Spermien für die künstliche Befruchtung (ICSI, IMSI, IVF, Insemination) verwendet. Die Aufbereitung des Spermas HIV-infizierter Männer wurde 1987 zum ersten Mal publiziert (Semprini 1987). 1989 wurden in Italien und 1991 in Deutschland die ersten Inseminationen HIV-negativer Frauen mit dem aufbereiteten Samen ihrer HIV-infizierten Partner vorgenommen.

In keiner der bislang publizierten Studien mit HIV-positiven Männern, führte die künstliche Befruchtung zu einer HIV-Infektion der Partnerin bzw. des Kindes (Louis Bujan et al. 2007, V. Savasi et al. 2007, etc).

Vorraussetzung um auf diese Methode zurückgreifen zu können ist, dass der Infektionsprozess im infizierten Mann stabil ist, dh dass die Viruslast seit mindestens 6 Monaten unter der Nachweisgrenze liegt (dh die Virämie ist supprimiert).

Da auch wir an unserer Klinik der Meinung sind, jedes Paar verdient die Chance zur Verwirklichung ihres Kinderwunsches, bieten wir HIV-infizierten Männer die bestmögliche „Samenaufbereitung“ ihres Ejakulates an, um ihre Familienplanung zu ermöglichen.

IMSI erhöht Einnistungs- und Schwangerschaftsrate und vermindert Fehlgeburten – eine Meta-Analyse

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Amanda Souza Settia (Settia et al. 2010) und ihr Team publizierten diesen Monat eine Meta-Analyse in der sie ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion bei 400 facher mikroskopischer Vergrößerung) und IMSI (morphologisch selektierte intrazytoplasmatische Spermieninjektion bei 6000 facher mikroskopischer Vergrößerung) miteinander verglichen. Unter einer Meta-Analyse versteht man die Zusammenfassung von vielen verschiedenen Untersuchungen zu einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet, was für die Aussagekraft einer Methode von hoher Bedeutung ist.

Es konnte kein deutlicher (signifikanter) Unterschied in der Befruchtungsrate festgestellt werden, jedoch war die Einnistungs- und Schwangerschaftsrate bei IMSI-Patientinnen um das 3-fache höher als bei Patientin deren Spermien mittels ICSI (400 fache mikroskopische Vergrößerung) ausgewählt wurden. Des weiteren konnten mittels IMSI die Fehlgeburten (= Aborte) um 40% verringert werden.

Wie bereits mehrfach im Kreis der Reproduktionsmediziner diskutiert, scheinen mikroskopisch sichtbare Veränderungen, die nur unter 6000 facher Vergrößerung im Mikroskop gesehen werden können, sehr wohl einen dramatischen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft zu haben.

Quelle: ReproductiveBioMedicineOnline Volume 21, Issue4, Pages 450-455 (Oktober 2010)

Weniger Aborte mittels IMSI = Intrazytoplasmische Morphologisch Selektierte Spermien Injektion

Dienstag, 21. September 2010

Bei dieser Methode werden Spermien bei 6000 facher Vergrößerung unter dem Mikroskop begutachtet.
Jene Spermien, die keine morphologischen Anomalien aufweisen (korrekte Kopf-, Hals-, Schwanzform)
werden dabei ausgewählt. Das Besondere an dieser Methode ist, dass aufgrund der hohen Vergrößerung
auch Vakuolen entdeckt werden können.

Vakuolen sind flüssigkeitsgefüllte Zellbestandteile, die bereits zu Beginn der Spermiogenese im Kopfbereich
gebildet werden, und häufig mit DNA-Schäden assoziiert werden. Neuesten Forschungsergebnissen zu Folge,
korrelieren große Vakuolen mit hoher DNA-Fragmentierung und chromosomalen Anomalien.

DNA-Fragmentierungen können, wie wir es in unserer Klinik routinemäßig durchführen,
mittels HALO-Sperm-Test nachgewiesen werden.

Des weiteren präsentierten Wissenschaftler auf dem ESHRE = European Society of Human Reproduction &
Embryology-Kongress 2010 in Rom, dass mittels IMSI die Abortrate gesenkt werden, und die On-going-
Schwangerschaftsrate im Vergleich zu ICSI (400 fache Vergrößerung) erhöht werden konnte.  Auch in unserer
Klinik zeigen statistische Daten von 2008,  dass wir eine signifikant höhere kumulative Implantationsrate (IMSI
38% vs. ICSI 28%), klinische Schwangerschaftsrate (IMSI 68% vs. ICSI 32%) und Baby-take-home-Rate (IMSI
53% vs. ICSI 30%) mit IMSI erzielten als mit ICSI.

Spermiogramm nach WHO Kriterien (2010)

Dienstag, 16. März 2010

Wenn nach 1 Jahr ohne Verhütung noch keine Schwangerschaft eingetreten ist, sollten Mann und Frau sich von einem Spezialisten für Kinderwunschpatienten untersuchen lassen. Beim Mann wird in erster Linie untersucht, ob ein normales Spermiogramm vorliegt.

Um dies zu beurteilen werden die WHO Kriterien herangezogen und das gewonnene Ejakulat wird gemäss diesen Richtlinien untersucht. Liegt das Spermiogramm nicht in diesem Bereich spricht man von einer reduzierten Zeugungsfähigkeit des Mannes.

Das Sperma wird im Normalfall nach 3-5-tägiger Enthaltsamkeit durch Masturbation gewonnen. Das so gewonnene Ejakulat wird untersucht und man erhält dadurch Informationen über Beweglichkeit, Spermienkonzentration, Morphologie, Vitalität  und vieles anderes. Bei schlechtem Spermiogramm kann je nach Diagnose auch eine dementsprechende Therapie erfolgen. Sollten gar keine Spermien gefunden werden kann ein Verschluss der Samenwege vorliegen. Dann können die Samen direkt aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden. Man nennt diesen Eingriff TESE wenn man ihn aus dem Hoden entnimmt und MESA wenn man ihn aus dem Nebenhoden entnimmt. Diese Samen können dann für eine ICSI bzw. IMSI verwendet werden.

Bei schlechter Morphologie des Spermiogramms kann auch eine IMSI durchgeführt werden. Hier werden die einzelnen Spermien nach optischen Kriterien unter einer 6000fachen Vergrößerung untersucht (im Normalfall nur 400fache Vergrößerung) und für die Injektion verwendet. Dies wird vor allem bei Vakuoleneinschlüssen und Kernanomalien empfohlen. Die Befruchtungsrate der Eizellen wird dabei zwar nicht erhöht, aber die Schwangerschaftsrate und auch die Baby-Take-Home Rate wird signifikant erhöht.

Spermiogramm nach WHO Kriterien (2010) - Private Kinderwunsch Clinic
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Mehr Informationen von Dr. med. Josef Zech – Klinikleiter und Institutsgründer der Privaten Kinderwunsch Clinic