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Mit ‘Medizin-Nobelpreis 2010’ getaggte Artikel

Medizin-Nobelpreis 2010 geht an den IVF-Erfinder Edwards

Mittwoch, 06. Oktober 2010

„Ich gratuliere meinem Mentor und freue mich, dass er endlich den Nobelpreis erhalten hat!“
Zitat von Dr. Josef Zech.

Der diesjährige Nobelpreis für Physiologie und Medizin geht an den 85-jährigen britischen Wissenschaftler
Robert G. Edwards, der gemeinsam mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe die In-Vitro-Fertilisation entwickelte
und im Jahre 1978 das weltweit erste “Retortenbaby” zeugte. Der Preis ist mit ca. 1 Mio. Euro dotiert.

Edwards legte einige Meilensteine im Bereich der künstlichen Befruchtung. So schafft er es erstmals 1969 im
Labor eine menschliche Eizelle zu befruchten, welche sich allerdings nicht weiterentwickelte. Deshalb trat er an
den bereits 1988 verstorbenen Gynäkologen Patrick Steptoe heran, welcher sich mit der Laparoskopie (Organe
in der Bauchhöhle werden am Bildschirm direkt sichtbar gemacht) sehr gut auskannte. Diese Technik machte
es möglich die Eierstöcke genauer zu inspizieren, und daraus Eizellen zu gewinnen. Diese Eizellen kultivierte
Edwards dann im Labor und brachte sie mit Spermien zusammen. 1978 transferierte Edwards und sein Team
einen Embryo im 8-Zellstadium und daraus entwickelte sich ein gesundes per Kaiserschnitt geborenes Baby,
Louise Brown, das erste Retortenbaby der Welt.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung haben sich in den letzten Jahrzehnten verfeinert, so werden heute
bespielsweise neben der klassischen IVF auch Inseminationen, intrazytoplasmatische Spermieninjektion
(ICSI mit 400 facher mikroskopischer Vergrößerung der Spermien) und morphologisch selektierte
intrazytoplasmatische Spermieninjektion (IMSI mit 6000 facher mikroskopischer Vergrößerung der Spermien)
angewendet, um auf unterschiedliche Faktoren der Infertilität einzugehen.

Bis heute sind bereits mehr als 4 Mio. Menschen durch künstliche Befruchtung weltweit gezeugt worden und
noch Unzählige werden folgen. Wenn man bedenkt, dass Unfruchtbarkeit jede 10. Partnerschaft weltweit betrifft,
kann mal wohl sagen, dass Robert Geffrey Edwards diese Auszeichnung wirklich verdient hat und im wahrsten
Sinne des Wortes Vater von “Millionen” ist.