Ursachenforschung der DNA-Strangbruchfreien Spermienselektion mittels Zechselector

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der Ursache der DNA-strangbruchfreien Spermienselektion mittels des Zech-Selectors. Durch die Veröffentlichung der Daten von Ebner et al. im Jahre 2011, ist bekannt, dass der Zech-Selector Spermien mit DNA-Strangbrüchen zu fast 100% von den übrigen Spermien trennt. Die Idee hinter dieser Studie war es, herauszufinden warum dieser Effekt zustande kommt. Ainsworth et al. veröffentlichte 2005 eine Arbeit in der er beschreibt, dass man durch elektrische Spannung Spermien mit Dna-Strandbrüchen trennen kann. Dieser Ansatz war richtungsweisend für unsere Hypothese. Bei dieser Studie handelt es sich um eine prospektive, randomisierte Studie, die in der privaten Kinderwunsch-Clinic Dr. J. Zech GmbH in Innsbruck durchgeführt wurde. Sie beruht auf der Hypothese, dass der Trennungseffekt des Zech-Selectors bezogen auf Spermien mit DNA-Strangbrüchen, auf seiner elektrostatischen Aufladung beruht. Um dies deutlich zu machen, wurde der Zech- Selector mit einer geerdeten Kupferplatte entladen, um somit den Trennungseffekt zu eliminieren.

Es standen sich 2 Gruppen, die Kontrollgruppe und die Patientengruppe gegenüber. Als Voraussetzung für die Männer der Kontrollgruppe galt es eine Samenprobe mit einer Konzentration von ≥ 15 Mio/ml, einer progressiven Beweglichkeit von mind. 40% und einem Volumen von mind. 2ml abzugeben bzw. mussten sie bereits Väter sein. Für die Männer der Patientengruppe galt, was die Parameter Konzentration, progressive Beweglichkeit und Volumen angeht, dasselbe. Zusätzlich aber musste die Probe einen DFI (HALO-Wert) von ≥ 15% aufweisen. Für den Nachweis von Spermien mit DNA-Strangbrüchen wurde der Halosperm®-Test verwendet. Es wurden die Proben der Probanden exakt gleich behandelt. Je 1 ml der nativen Probe wurde einerseits für den herkömmlichen und andererseits für den entladenen Zech-Selector verwendet. Ein kleiner Teil der nativen Probe diente der Bestimmung des HALO-Wertes. Nachdem die Samenprobe für 1 Stunde bei 35 ̊ C in beiden Zech-Selectoren inkubiert wurde, galt es den HALO-Wert daraus zu bestimmen. Es wurde einerseits die native Probe mit den beiden Zech-Selectoren, sowie auch die beiden Zech-Selectoren miteinander verglichen.

Die Auswertungen bestärkten mit einem Wert von p ˂ 0,001 die Hypothese der Ursache der DNA-Strangbruchfreien Spermienselektion mit dem Zech-Selector.

Nachdem der Trennungseffekt bezogen auf Spermien mit Dna-Strandbrüchen bereits nachgewiesen wurde, fehlte noch herauszufinden, wie es zu diesem Effekt kommt.Trotz der geringen Zahl an Probanden gelang es, die Theorie, dass der Trennungseffekt des Zech-Selectors auf seiner elektrostatischen Aufladung basieren könnte zu bestärken. Mit Werten von p ˂ 0,001 zeigte sich eine Signifikanz die dies deutlich macht. Die Ergebnisse dieser Studie konnten nicht nur die Trennung von Spermien mit DNA-Strangbrüchen mittels des Zech-Selectors erneut belegen, sondern auch wahrscheinlich die Ursache dieses Effektes finden. Neben zusätzlichen Vorteilen des Zech-Selectors, wie z.B. die verbesserte Beweglichkeit und die Trennung D-motiler Spermien, welche noch eine genauere Betrachtung benötigen, gilt der Zech-Selector bezogen auf die Spermienaufbereitung als Methode der Wahl.

 

Masterarbeit von Martin Malojer aus dem Jahre 2012

Aggregation des glatten Endoplasmatischen Reticulums in humanen Eizellen

In Bereich der Assistierten Reproduktion ist einer der limitierenden Hauptfaktoren die Qualität und die Reife der Eizellen. Als morphologische Qualitätsmerkmale können intra- und extrazytoplasmatische Dysmorphismen herangezogen werden. Eine dieser intrazytoplasmatischen Anomalien ist die sichtbare Aggregation des glatten endoplasmatischen Retikulums (sER), welche mit einem suboptimalen embryologischen, klinischen und neonatalen Ausgang assoziiert wurde. Um den prognostischen Wert dieses Dysmorphismus weiter zu beschreiben, untersucht die vorliegenden Studie, ob die Größe der Aggregation des glatten Endoplasmatischen Retikulums einen Einfluss auf die Entwicklung des Embryos hat.

 

In einem Zeitraum von 19 Monaten konnten 55 sER positive Zyklen, mit 75 sER positiven Oozyten miteinbezogen werden. Im Vergleich der sER positiven Oozyten mit deren Schwestereizellen aus denselben Zyklen, konnte ein signifikanter negativer Einfluss auf die Befruchtungsrate (71% vs. 59%; p=0,046) festgestellt werden. Auch ein negativer, aber nicht signifikanter Trend auf die Degenerationsrate (6% vs. 9%; p=0,396) war sichtbar. Es konnte keine Auswirkung der Größe des sERs auf die Befruchtungs-, Teilungs- und Blastozystenrate festgestellt werden. Da vor allem Ca2+ Speicher und Ca2+ Oszillation vom Dysmorphismus beeinträchtig werden und diese vor allem einen Einfluss auf die Reifung und Befruchtung von Oozyten haben, könnte sich der negative Effekt des sER hauptsächlich auf die Befruchtung der Eizellen auswirken. Auch die Qualität der Embryonen am Tag 3 und Tag 5 scheint nicht von der Größe des sER beeinflusst zu werden. Ob fetale Anomalien als Konsequenzen von kleinen chromosomalen Aberrationen, oder epigenetischen Modifikationen, mit dem Vorhandensein eines sER assoziiert werden können, bleibt unklar. Folglich sollte der Transfer von Embryonen aus sER positive Oozyten vermieden werden, und auch beim Transfer von Schwestereizellen sollten die Patienten über die Risiken aufgeklärt werden.

 

Masterarbeit von Daniela Zuser aus dem Jahre 2016

Der Stress von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch- Auswirkungen auf den Erfolg

Immer mehr Paare leiden unter einem unerfüllten Kinderwunsch. Ursachen dafür können organisch, funktionell oder idiomatisch sein. Auch die Umwelt spielt eine große Rolle dabei und, nicht zu vergessen, das stetig steigende Alter der Frauen mit Kinderwunsch. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für einige Paare die tragischste Lebensphase, welche oftmals zu einem erhöhten Stresslevel führen kann. Die Entscheidung für eine künstliche Befruchtung ist nicht einfach und benötigt viel Kraft. Die Behandlung selbst ist für viele Paare sehr stressreich und belastend.

In dieser Literaturarbeit, die im Rahmen der Lehrveranstaltung "Wissenschaftliches Arbeiten" verfasst wurde, soll herausgefunden werden, welche Auswirkungen das Stresspotential auf den Erfolg der Reproduktionsmedizin und die Schwangerschaft hat. Was kann Stress auf dem Weg zum Wunschkind bewirken?

Im Rahmen dieser Arbeit wurden ungewollt kinderlose Paare in reproduktionsmedizinischer Behandlung und der darauffolgenden Schwangerschaft genauer durchleuchtet. Vor allem Frauen aber auch Männer wurden bezüglich ihres emotionalen Stresserlebens während dieser Zeit untersucht.

Im Allgemeinen ist in allen Studien zu erkennen, dass der Stress eine äußerst negative Auswirkung auf den Hormonhaushalt und den weiblichen Zyklus sowie auf die Samenbeschaffenheit hat. Dies heißt jedoch nicht gleich, dass deshalb eine Unfruchtbarkeit zugrunde liegt. Stress ist jedoch ein Aspekt, der die Unfruchtbarkeit mit beeinflussen kann. 

 

Bachelorarbeit von Rita Eppensteiner aus dem Jahre 2013

Fetales Outcome nach Blastozystentransfer im Rahmen der In-Vitro-Fertilisierung
in-Vitro-Fertilisation

Mit der Möglichkeit, Embryonen in vitro bis zum 5. (6.) Tag- also bis zum Blastozystenstadium- zu kultivieren, ist vor wenigen Jahren eine neue Ära im Bereich der In-vitro Feritilisierung angebrochen. In einer ersten Studie wurde bei 23 Patientinnen der Transfer von Blastozysten am Tag 5 mit Embryotransfer am Tag 3 verglichen. Diese Daten konnten zeigen, dass damit eine Erhöhung der Schwangerschaftsrate bei gleichzeitiger Reduktion der zu transferierenden Embryonen und der Frequenz von Mehrlingsschwangerschaften erzielt werden kann.

In dieser Behandlungsgruppe wurden im Durchschnitt pro Patientin zwei Embryonen transferiert, 1.6 Versuche waren pro Patientin durchschnittlich notwendig. 

Hauptkriterium dieser Untersuchung war die Inzidenz von kongenitalen Fehlbildungen nach Blastozystentransfer. In einer unselektionierten Normalpopulation wird die Inzidenz von kongenitalen Fehlbildungen mit 2% eingeschätzt. In den Anfangsjahren der In-vitro Ferilisierung stand der Verdacht im Raum, dass es nach künstlicher Befruchtung zu einem Anstieg der Fehlbildungsfrequenz kommen würde. Nachfolgende große Studien konnten diesen Verdacht jedoch nicht eindeutig widerlegen. 

In dieser Studie wurde eine gute Übereinstimmung der Pränataldiagnosen mittels Ultraschalluntersuchung mit den postnatal erhobenen Diagnosen gefunden. Die von uns beobachtete Fehlbildungsfrequenz steht in gutem Einklang mit der zu erwartenden Rate nach spontanem Schwangerschaftseintritt. Auch in Hinsicht auf die kardinale Fehlbildungsrate zeigt sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen. Auch die von uns beobachtete kardiale Fehlbildungsfrequenz steht in gutem Einklang mit den in der Literatur angegebenen Daten. 

 

Dissertation von Karin C. Pfau aus dem Jahre 2001

Belastungserleben, Partnerschaft und Coping bei ungewollt kinderlosen Paaren

Im Rahmen dieser Arbeit wurden ungewollt kinderlose Paare in reproduktionsmedizinischer Behandlung untersucht. Frauen und Kinder wurden bezüglich ihrer psychosozialen Belastung, ihres Partnerschaftserlebens und in der Anwendung der Copingstrategien verglichen und die Zusammenhänge dieser drei Parameter erforscht. Ausserdem wurde nicht nur die individuelle Sicht der Männer und Frauen untersucht, sondern auch das Paar als Einheit. Es wurden die unterschiedlichen Anwendungen der Copingstrategien innerhalb des Paares ermittelt und die Zusammenhänge mit dem Belastungserleben bzw. den Copingstrategien geprüft. Zudem wurde das unterschiedliche Belastungserleben innerhalb des Paares beurteilt und erkundet, ob dies in Zusammenhang mit der Partnerschaftsqualität stand. 

Die Untersuchungsgruppe bestand aus 54 Personen (26 Paare und 2 Frauen). Der Großteil befand sich zum Untersuchungszeitpunkt in reproduktionsmedizinischer Behandlung, fünf nahmen an einem Adoptionswerbeverfahren teil, hatten aber auch Kinderwunschbehandlung durchgeführt. 

Die Ergebnisse zeigten, dass sich mit zunehmenden Alter der Frauen und Männer die Belastung durch die ungewollte Kinderlosigkeit verringerte, was bedeuten könnte, dass die Auseinandersetzung mit Alternativen bereits stattgefunden hat. Mit der Anzahl der Behandlungsversuche stieg bei Männern die gesamte Belastung und bei Frauen die Belastung im sexuellen Bereich. In dieselbe Richtung deutet auch der Befund, dass Männer mit zunehmender Dauer des Kinderwunsches, der Partnerschaft und Anzahl der Behandlungen stärker die Copingstrategien der "aktiven Vermeidung" anwendeten, wahrscheinlich um die emotionale Belastung zu reduzieren. Frauen, die über das Medium Internet Hilfe suchten, zeigten sich signifikant mehr belastet und Männer wie Frauen, die dies taten, vermieden wiederum stärker aktiv, was zeigt, dass psychologische Hilfe für einen Teil der Betroffenen sicher von Vorteil wäre. 

 

Diplomarbeit von Brunhild Salner aus dem Jahre 2010

Männliche Infertilität durch exogene Ursachen
in-Vitro-Fertilisation

Die Erfüllung des Kinderwunsches ist die natürlichste Sache der Welt, doch sind heute etwa 10 bis 15% der Paare ungewollt kinderlos und benötigen ärztliche Hilfe. Die Sterilitätsursache findet sich meistens nicht bei einem Partner alleine, sondern oft sind beide Partner davon betroffen. Daraus ergibt sich, dass 50% der Sterilitätsfaktoren beim Mann liegen. Bereits in den letzten Jahrzehnten wird über eine Verschlechterung der Spermienqualität diskutiert. Nun ist man auf der Suche nach dem Grund dieses Phänomens. Die andrologische Basisdiagnostik dient dazu, die Feritlitätsstörungen des Mannes zu lokalisieren. Die wichtigste und inzwischen auch noch immer aussagekräftigste Untersuchung ist dabei das Spermiogramm, die Untersuchung des männlichen Ejakulates.

Die Gründe für die Infertilität des Mannes können vielseitig sein. Neben den körperlichen und genetischen Ursachen wird heute auch immer mehr auf die Faktoren geachtet, die von außen auf den menschlichen Körper einwirken und ihn schädigen können. Hauptsächlich auf diese exogenen Ursachen beziehen sich diese Kapitel der Diplomarbeit. Sie sollen ergründen, ob es möglich ist, dass körperfremde Substanzen den männlichen Organismus so negativ beeinflussen können, dass daraus so schwerwiegende Folgen, wie die Infertilität, entstehen können. 

In der klinischen Praxis soll in Zukunft immer dran gedacht werden, dass Infertilität durch Umwelteinflüsse hervorgerufen werden kann. Die Feststellung dieser Faktoren hängt zum größten Teil vom eigenen Verdacht und der genauen Anamnese über berufliche, hauswirtschaftliche oder anderen möglichen Expositionen ab. Die genaue Berufsanamnese bleibt daher der wichtigste Teil der Untersuchung. Auch die häuslichen Bereiche, wie etwa Gartenarbeit (Pestizide), Ferien (Landwirtschaft) und Hobbys müssen beachtet werden. Diese Beobachtungen können für zukünftige retrospektive Datenanalysen von enormer Bedeutung sein. 

 

Diplomarbeit von Dagmar Elke Meierhofer aus dem Jahre 2003

Die höchstgerichtliche Judikatur zum Fortpflanzungsmedizingesetz+ die dadurch aufgeworfenen zivilrechtlichen Probleme

Der Themenkreis Bioethik, Fortpflanzungsmedizin und verbrauchende Embryonenforschung war in letzter Zeit in den Medien stark vertreten und gibt es wohl kein Thema, dass so viel mit Zukunft und Leben zu tun hat, wie die modernen Biowissenschaften. 

Im Rahmen dieser Dissertation wird auf die Fortpflanzungsmedizin und die damit verbundenen rechtlichen Fragestellungen näher eingegangen und auch die in diesem Zusammenhang geführte gesellschaftliche Diskussion wird nicht unerwähnt gelassen.

Der Beginn und Schutz des Lebens, ob man alles darf, was man kann und wo die Grenzen des Machbaren liegen, sind nur einige der Fragen, die sich stellen und gibt es wohl selten ein Thema, bei welchem derart gegensätzliche Positionen bei der Beantwortung dieser Fragen aufeinandertreffen. 

So stehen auf der einen Seite ungewollt kinderlose Paare, für die eigene Kinder und die Gründung einer Familie die Erfüllung eines Lebenstraumes bedeuten. Die Nichterfüllbarkeit dieses Traumes führt bei den Betroffenen oft zu Depressionen oder gar schweren Lebenskrisen. Vor allem von Frauen wird die Unfruchtbarkeit als mit Wut verbundener Kontrollverlust über den eigenen Körper und damit über das eigene Leben erlebt. Auf der anderen Seite wird die Ansicht vertreten, dass Kinder ausschließlich im Mutterschoß gezeugt werden (sollten) und als Ausweg aus unfreiwilliger Kinderlosigkeit die Adoption genannt. 

Im Rahmen dieser Arbeit wird versucht, dem Leser Einblick über die Möglichkeiten und Fortschritte der Medizin zu geben und auch die in diesem Zusammenhang geführte gesellschaftliche Diskussion wird kurz erwähnt. 

 

Dissertation von Katharina Geiger aus dem Jahre 2003