Elektroejakulation bei Querschnittlähmung

Wir verhelfen auch Paaren, wo der Mann querschnittsgelähmt ist zur Erfüllung ihres Kinderwunsches.

Am Rehabilitationszentrum Häring der AUVA besteht seit dem Jahre 1996 die Möglichkeit, mittels rektaler Elektrostimulation Sperma zur Fertilisierung zu gewinnen. Seit dieser Zeit nutzen wir auch die Möglichkeit, die vorbereitenden und weiterführenden Maßnahmen an den Partnerinnen unserer Patienten nahezu ausschließlich an der Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech in Innsbruck durchführen zu lassen.

Die rektale Elektrostimulation wird dabei nur dann durchgeführt, wenn mit reflektorischer Stimulation wie zum Beispiel mittels eines geeigneten Vibrators das Auslösen einer Ejakulation nicht möglich ist.

Üblicherweise gehen wir bei aktuellem Kinderwunsch folgendermaßen vor:

  • Jeder Patient wird prinzipiell über die Möglichkeiten der Samengewinnung schon im Rahmen der Erstrehabilitation aufgeklärt.
  • Spätestens bei aktuellem Kinderwunsch und fehlender Ejakulation bei Geschlechtsverkehr Durchführung der Vibratorstimulation.
  • Bei positivem Ergebnis der Vibratorstimulation: Spermiogrammuntersuchung und Ermunterung des Paares zur Autoinsemination, bei negativem Ergebnis Verweis zunächst an den Gynäkologen der Partnerin. Weiteres Vorgehen je nach Erfolg unter Beibehaltung der intermittierenden bzw. anlassbezogenen Vibratorstimulation durch den Patienten selbst.
  • Bei negativer Vibratorstimulation: Vereinbarung eines Termins für die Elektroejakulation nach Kontaktaufnahme mit dem Institut Dr. Zech.
  • Elektrostimulation mit oder ohne Narkose (je nach Lähmungshöhe und Sensibilität des Patienten) zum vereinbarten Zeitpunkt und Transport des gewonnenen Ejakulats ins Labor von Dr. Josef Zech in Innsbruck, zwecks Spermiogrammuntersuchung und – wenn für sinnvoll erachtet – Kryokonservierung.
  • In weiterer Folge, wenn nicht schon früher erfolgt, aufklärendes Gespräch mit dem betroffenen Paar durch Dr. Josef Zech.
  • Fertilisierung durch Dr. Josef Zech nach entsprechender Vorbehandlung der Partnerin zum ermittelten Zeitpunkt entweder mittels Kryosperma oder nach neuerlicher Gewinnung frischen Spermas.

Siehe auch: Kryologie - Aufbewahrung von Ei- und Samenzelle und Kryokonservierung

Auf die beschriebene Weise haben wir im Zeitraum zwischen 1996 und 2005 folgende Ergebnisse erzielen können:

  • Bei 12 Patienten wurden insgesamt 22 Stimulationssitzungen durchgeführt.
  • Der Zeitraum zwischen Unfall und Stimulation lag zwischen 6 Monaten und 19,5 Jahren.
  • Die Stimulation verlief in allen Fällen komplikationslos.
  • Bei 8 der 12 Patienten konnte das Sperma für die Fertilisierung verwendet werden.
  • Bei allen dieser 8 Patienten war diese schließlich auch erfolgreich, wobei insgesamt 17 Fertilisierungsversuche (1-mal Insemination, 4-mal IVF und 12-mal ICSI) zu 11 Schwangerschaften führten. Da eine Schwangerschaft eine Zwillingsschwangerschaft war, entstammen unseren Bemühungen im beschriebenen Zeitraum 12 gesunde Kinder.

Abschließend dürfen wir uns seitens des RZ Häring und der AUVA bei Dr. Josef Zech sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Wann immer von unserer Seite nach Äußerung eines Kinderwunsches durch einen unserer Patienten Kontakt mit der Kinderwunsch-Clinic aufzunehmen war, haben wir prompt ein offenes Ohr gefunden und unsere Patienten und vor allem deren Partnerinnen kompetente und von Herzlichkeit getragene Hilfe erfahren.