Seminalplasmaspülung

Das Seminalplasma fördert die mütterliche Immunantwort und bewirkt eine Immuntoleranz gegenüber dem Embryo, sodass dieser als „eigen“ anerkannt und nicht wieder abgestoßen wird. Weiters verursacht das Seminalplasma sowohl molekulare als auch zelluläre Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, was für die  Einnistung des Embryos und dessen Weiterentwicklung essentiell ist.

Das Ejakulat enthält ca. 10% Spermien und 90% Seminalplasma (= flüssiger Anteil). Dieses Seminalplasma besteht wiederum zu ca. 75% aus dem Samenblasensekret und zu ca. 25% aus dem Prostatasekret. Das Samenblasensekret enthält neben verschiedensten Proteinen, die für das alkalische Milieu (pH 7-8) verantwortlich sind auch den Fruchtzucker Fructose, welcher als Energielieferant für die Spermienmotilität dient. Proteasen (= Enzyme) im Prostatasekret sind für die Verflüssigung des Ejakulates verantwortlich und das darin enthaltene „Spermin“ unterstützt die Beweglichkeit und Reifung der Spermien.

Bei der natürlichen Zeugung eines Babys kommt die Gebärmutterschleimhaut (= Endometrium) automatisch mit den Wirkstoffen des Seminalplasmas des Mannes in Berührung, nicht jedoch bei der in vitro fertilisation. Wissenschaftlichen Studien zufolge konnte die Einnistungsrate des Embryos (= Implantationsrate) durch die sogenannte Seminalplasmaspülung erhöht werden. Dabei wird aufgereinigtes Seminalplasma (= Ejakulat ohne Spermien) unmittelbar nach der Eizellentnahme (= Follikelpunktion) schmerzfrei in den Gebärmutterhals und in die Scheide gespritzt. Insbesonders bei Frauen mit mehrfach fehlgeschlagenen Einnistungen empfehlen wir unseren Patientinnen die Seminalplasmaspülung, welche wir in unserer Clinic beinahe täglich durchführen.