Zahnmedizin und unerfüllter Kinderwunsch

Bleibt der Wunsch nach einem Kind unerfüllt, ist es die Aufgabe der Medizin, die Ursache dafür zu finden und dem betroffenen Paar mögliche Therapien und professionelle Unterstützung zu bieten. Hierbei kommen viele medizinische Disziplinen ins Spiel – die logischen vorab: Urologie, Gynäkologie, aber auch interne Medizin, ganzheitliche Medizin usw. Ein Fachgebiet, welches ebenfalls in der Untersuchung des Problems eine überraschend wichtige Rolle spielen kann, ist die Zahnmedizin!

Die Private Kinderwunsch-Clinic von Dr. Josef Zech arbeitet unter anderem mit der Zahnarzt-Praxisgemeinschaft von Dr. Reinhold Erler und Dr. Mario Kern zusammen. Die beiden Experten geben Auskunft zu  jenen Fragen, welche am häufigsten Paare, die  ungewollt kinderlos sind, in diesem Zusammenhang beschäftigen:

1. Welche Erkrankungen im Mund und Rachenraum können den unerfüllten Kinderwunsch und eine eventuelle Schwangerschaft beeinflussen? Warum?

Zahnmedizin und KinderwunschHier sind Entzündungen im Mund, wie z.B. Zähne mit Entzündungsherd und allem voran die Parodontitis, die im Volksmund auch als Parodontose bezeichnet wird, zu nennen. Jede Art von Entzündungen kann den Gesamt-organismus beeinträchtigen und sollte beseitigt werden. Die Behandlung mancher Erkrankungen, wie z. B. der Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates), ist etwas zeitaufwendiger. Aber gerade diese Erkrankung hat einen sehr großen Einfluss auf eine Schwangerschaft. So haben Schwangere mit Parodontitis um ein 30 % höheres Risiko einer Frühgeburt. Gerade in der Schwangerschaft, wenn vom Körper der Frau Höchstleistungen verlangt werden, wirkt sich diese Erkrankung stärker aus. Der Mund ist eine Eintrittspforte für Bakterien. Bei jedem Essen, Trinken, aber auch beim Zähneputzen kommen Bakterien in den Körper. Das stellt bei einem „mundgesunden“ Menschen kein Problem dar.

Die Ursache für Parodontitis sind spezielle Bakterienarten, die diese schwere Form einer Zahnfleischentzündung hervorrufen können. Diese Bakterienarten vermehren sich in der Plaque und wandern durch die fortschreitende Entzündung in den Zahn-halteapparat ein. Durch die ausgeprägte Entzündung des Zahnhalteapparates bilden sich so genannte Zahnfleischtaschen. Ebenso können nicht behandelte abgestorbene oder unzureichend wurzelbehandelte Zähne den Gesamtorganismus stark beeinträchtigen.

2. Haben Amalgamfüllungen beim Mann oder bei der Frau Einfluss auf den unerfüllten Kinderwunsch?

Amalgame sind beim Legen und Entfernen von Füllungen bei Schwangeren als bedenklich einzustufen. Dabei wird Quecksilber freigegeben, welches unter anderem auch auf die Beweglichkeit der Spermien und die DNA Einfluss hat und sich im zentralen Nervensystem einlagert. Beim Entfernen gibt es viele Techniken, um die Quecksilber-Freisetzungen auf ein Minimum zu reduzieren. In unserer Praxis wird amalgamfrei gearbeitet. Die Wahl des Füllungsmateriales ist immer eine Kostenfrage. In der modernen Zahnmedizin stehen Kunststoffe (Composite) und Keramiken im Mittelpunk. Letztere sind sehr gut verträglich.

3. Was haben Weisheitszähne, Karies und entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis) mit einem unerfüllten Kinderwunsch zu tun?

Weisheitszähne sind nicht immer als kritisch einzustufen. Sind sie aber entzündet, gilt für sie das gleiche Prinzip wie oben genannt. Karies hat die gleiche Ursache wie Zahnfleischprobleme, nämlich Bakterien, und ist daher ebenso zu behandeln. Während der Schwangerschaft kann auch die sogenannte Schwangerschaft-Gingivitis auftreten, die eine hormonelle Ursache hat. Diese ist aber ebenfalls vom Facharzt zu beurteilen und gegebenenfalls zu behandeln, meistens reicht hier eine gute Mundhygiene aus.

4. Welche Therapien von Seiten der Zahnmedizin sind notwendig, wenn der Wunsch nach einem Kind unerfüllt bleibt?

Am wichtigsten ist die Beseitigung von Entzündungen. Unzureichende Wurzelfüllungen sollten ausgetauscht und die Wurzelkanäle vollständig und dicht verschlossen werden. Karies sollte entfernt werden. Die Parodontitisbehandlung, welche frühzeitig gestartet werden muss, steht im Vordergrund. Bei der Parodontitis sollte auch der Partner mit einbezogen werden. Vor allem sollte der Patient selbst mit einer guten Mundhygiene, die ihm in unserem Mundhygiene-Programm sehr ausführlich gezeigt wird, aktiv mitarbeiten.

Dr. Reinhold Erler & Dr. Mario Kern
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