Finanzielle Absicherung: Entscheidend beim Kinderwunsch?

Für die Betroffenen ist es regelmäßig eine sehr schwierige Situation: Wenn es mit dem ersehnten Wunschkind nicht klappt, kann selbst eine gefestigte Beziehung irgendwann in Gefahr geraten. Beide Partner zweifeln womöglich an sich und wenn die medizinischen Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit nicht geklärt sind, kann die Unsicherheit im schlimmsten Fall sogar zu einer Trennung des Paares führen.   

Eine künstliche Befruchtung kann in solchen Fällen eine Option sein. Die moderne Medizin kennt sehr schonende Verfahren mit einer guten Erfolgswahrscheinlichkeit. Doch müssen Paare unter Umständen die vollen Kosten einer Kinderwunschbehandlung aus eigener Tasche zahlen, wenn die Krankenkassen nicht dafür aufkommen. Schaut man sich diese Kosten an, entsteht leicht der Eindruck, dass die finanzielle Absicherung eines Paares ausschlaggebend für die Erfüllung des Kinderwunschs ist.   

Wenn Sie sich mit dem Gedanken an eine künstliche Befruchtung tragen, sollten Sie die Möglichkeit eines Zuschusses genau prüfen. Er ist dazu gedacht, die Kosten einer Behandlung zu verringern, sodass Sie als Patientin mit Ihrem Partner nur einen Teil zu tragen haben. Doch welche finanziellen Optionen gibt es für Paare, die sich entschieden haben, diesen Weg zu gehen, und staatliche Unterstützung benötigen?   

Der IVF-Fonds wurde bereits im Jahr 2000 in Österreich durch das Bundesministerium aufgelegt und im März 2012 neu reguliert. Der Fonds sieht eine Zuwendung an Paare vor, die nachweisbar unter Unfruchtbarkeit leiden. Über den Fonds können bis zu 70 Prozent der Behandlungskosten einschließlich der Medikamente erstattet werden. Der Selbstbehalt von ca. 30 Prozent hängt vom Alter und von der Behandlung ab. Insgesamt werden bis zu vier IVF-Versuche bezuschusst.   

Damit ein Anspruch auf die Übernahme der Kosten besteht, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Unter anderem darf die Frau das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und der Mann muss unter 50 Jahren sein. Außerdem muss das Paar verheiratet sein. Daneben sind auch eine eingetragene Partnerschaft oder eine Lebensgemeinschaft sowie gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen zwei Frauen anerkannt. Beide Partner müssen in Österreich sozialversichert sein. Die medizinische Unfruchtbarkeit muss mindestens bei einem Partner nachgewiesen sein.   

Finanziert wird der IVF-Fonds von den Trägern der gesetzlichen Krankenkassen. Auch der Familienlastenausgleichsfonds und diverse Krankenfürsorgeeinrichtungen sind an der Finanzierung beteiligt. Hinzu kommen private Versicherungsunternehmen, sie tragen einen weiteren Anteil am Volumen des Fonds. Ziel des Fonds ist es insbesondere, Paare bei der Kinderwunschbehandlung zu unterstützen, deren finanzielle Möglichkeiten es nicht erlauben, alle Kosten selbst zu tragen. 

Paare, die die Voraussetzungen für eine Kostenbeteiligung des IVF-Fonds nicht erfüllen, haben die Chance, die Behandlung als Selbstzahler durchführen zu lassen. Damit steht jedem Ehepaar und Paaren in einer eingetragenen Partnerschaft oder in einer Lebensgemeinschaft, einschließlich einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft der Weg einer künstlichen Befruchtung prinzipiell offen. Für Selbstzahler sind die hohen medizinischen Anforderungen des IVF-Fonds nicht anzuwenden. Dadurch haben viele Paare in Österreich die Möglichkeit, sich ihren Kinderwunsch auch ohne staatlichen Zuschuss zu erfüllen.   

Dennoch scheint für die Betroffenen angesichts der Kosten die Frage im Raum stehen, wie eine Kinderwunschbehandlung zu bezahlen oder auch zu finanzieren ist. Es mag der Eindruck entstehen, dass die finanzielle Absicherung bedeutend ist für die Entscheidung, den Traum vom Wunschkind mit medizinischer Hilfe zu erfüllen, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht zustande kommt. 

Welche Lösung jedes Paar für sich findet, ist eine sehr individuelle und persönliche Entscheidung. Sicher sind finanzielle Aspekte nicht allein ausschlaggebend, wenn Sie sich Gedanken machen, ob eine Kinderwunschbehandlung für Sie eine Alternative ist. So wichtig die Absicherung in finanziellen Angelegenheiten sein mag, so sollte sie nicht das wichtigste Entscheidungskriterium sein. 

Sprechen Sie uns gerne an, wenn es darum geht, die Möglichkeiten von staatlichen Zuschüssen für Ihre geplante Kinderwunschbehandlung zu prüfen. Kommt eine Finanzierung durch den IVF-Fonds nicht infrage, bieten sich in steuerlicher Hinsicht unter Umständen Erleichterungen, denn die Kosten einer künstlichen Befruchtung sind unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer absetzbar. 

Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten geben Ihnen den Raum, sich in Ruhe für eine Kinderwunschbehandlung zu entscheiden, ohne dass finanzielle Fragen dabei im Vordergrund stehen. Unsere Experten beraten Sie gerne und erörtern gemeinsam mit Ihnen die Wege, wie Sie sich den Traum von Ihrem Wunschkind durch eine künstliche Befruchtung erfüllen können. 

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