Die einzelnen Schritte einer In-vitro-Fertilisation (IVF)

Eine In-vitro-Fertilisation (aus dem Lateinischen: Befruchtung im Glas) eignet sich für Paare mit Kinderwunsch, die auf natürlichem Weg entweder kein Kind bekommen können oder wollen. Dazu zählen lesbische und heterosexuelle Paare gleichermaßen. Die rechtlichen Grundlagen sind für Österreich im Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) geregelt, das im Jahr 2015 zuletzt novelliert wurde.  Die IVF bezeichnet eine künstliche Befruchtung außerhalb des menschlichen Körpers. Hierbei werden der Patientin Eizellen entnommen und mit den Samenzellen des Mannes zusammengeführt. Die Befruchtung findet bei diesem Vorgang im Labor statt.  Sobald mehrzellige Embryonen herangewachsen sind, werden sie zur weiteren Entwicklung in die Gebärmutter der Patientin injiziert. Für diesen Embryonentransfer ist eine Verwendung von einem bis maximal drei Embryonen vorgesehen. Der gesamte Ablauf findet in mehreren Schritten statt.  Hormonelle Stimulation der Eierstöcke   

Damit eine möglichst hohe Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung besteht, werden mehrere Eizellen benötigt. Im regulären Zyklusverlauf findet lediglich das Wachstum eines einzelnen Eibläschens (Follikel) statt. Das Heranreifen mehrerer Eizellen ist über eine entsprechende medikamentöse Stimulation der Eierstöcke möglich.  Zu diesem Zweck wird zunächst eine Anti-Baby-Pille verabreicht. Sie hat die Aufgabe, die Tätigkeit der Eierstöcke herunterzufahren. Bei der späteren Hormongabe erfolgt in der Regel eine umso größere Stimulation, die im Idealfall zum Heranreifen von mehreren Eizellen führt.  Die Hormone werden in Form von Injektionen verabreicht, die direkt unter die Haut injeziert werden. Hierzu ist kein gesonderter Arztbesuch erforderlich. Die Patientin bekommt eine kurze Unterweisung und kann sich die Hormonspritzen selbst geben.  Nach der Stimulation dauert es meist etwa acht bis zwölf Tage, bis eine ausreichende Größe der Eibläschen gegeben ist. Wenn der passende Zeitpunkt erreicht ist, wird das als hCG bezeichnete Hormon verabreicht, mit dessen Hilfe der Eisprung ausgelöst wird. Danach sind die Eizellen bereit für ihre Entnahme.  Entnahme der Eizellen   

Die Entnahme der Eizellen wird circa 36 Stunden nach Verabreichen der hCG-Injektion durchgeführt. Das Vorgehen wird als Follikelpunktion bezeichnet und findet vaginal mittels einer Ultraschallsonde unter Gabe einer Schmerzmedikation oder auch einer Narkose statt.  Das Prozedere dauert inklusive der Vorbereitung maximal eine halbe Stunde. Die eigentliche Entnahme der Eizellen nimmt dabei nur fünf bis zehn Minuten in Anspruch. Nach der Punktion werden die Eizellen im Embryokulturlabor untersucht. Bei der Untersuchung steht die Überprüfung der Anzahl der Eizellen im Fokus. Nicht in allen Eibläschen befindet sich eine Eizelle und nicht immer reifen die Eizellen in ausreichendem Maße heran.  Die Follikelpunktion wird von den meisten Frauen sehr gut vertragen. Gelegentlich kann es zu leichten Beschwerden kommen, die jedoch schnell vergehen. Zu möglichen Komplikationen gehören Infektionen und Blutungen, die aber nur sehr selten vorkommen.  Prozess der Fertilisation   

Nach der Entnahme der Eizellen wird Sperma für die weitere Fertilisation im Labor benötigt. Hierzu kann entweder frisches Sperma verwendet werden oder auch tiefgefrorenes, das zeitnah aufgetaut wird. Im Labor findet eine Aufbereitung des Spermas statt, um ideale Bedingungen für die Befruchtungsfähigkeit zu schaffen.  Das Zusammenbringen von Ei- und Samenzellen wird in einer Nährflüssigkeit vorgenommen. Die eigentliche In-vitro-Fertilisation, die Befruchtung der Eizellen, findet in dieser Nährlosung statt, die während des Prozesses in einen Brutschrank gegeben wird.  Ob eine Befruchtung stattgefunden hat, lässt sich unter dem Mikroskop erkennen. Im Vorkernstadium ist das Spermium bereits in die Eizelle eingedrungen. Es hat allerdings noch keine Verschmelzung stattgefunden. Zu diesem Zeitpunkt werden die Eizellen ausgewählt, die für den Embryonentransfer vorgesehen sind. Bei Bedarf können weitere Eizellen eingefroren werden, falls sie erneut im Rahmen einer späteren Behandlung zur Anwendung kommen sollen.  Der Embryonentransfer   

Bevor die Embryonen in die Gebärmutter der Patientin eingesetzt werden, haben sie eine Reifung von zwei bis fünf Tagen hinter sich. Der Transfer erfolgt unkompliziert und schmerzfrei über einen speziellen Katheter, der sehr schmal ist und über eine hohe Biegsamkeit verfügt.  Die Anzahl der Embryonen, die transferiert werden sollen, wird mit dem Paar besprochen. Mehr als drei Embryonen sind nicht möglich, aber auch nur ein einzelnes ist denkbar. Prinzipiell steigt mit der Anzahl auch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Gleichzeitig ist jedoch ebenso die Möglichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft entsprechend erhöht.  Ob eine In-vitro-Fertilisation erfolgreich war, lässt sich etwa zwei Wochen nach dem Transfer des Embryos beziehungsweise der Embryonen feststellen. Nach einem Zeitraum von vier Wochen kann im Fall einer vorliegenden Schwangerschaft festgestellt werden, ob es sich um eine Ein- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt. 

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