Schwangerschaftsdiabetes - Risiken reduzieren

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine der häufigsten Erkrankungen unter Schwangeren und kann Mutter und Kind unbehandelt schädigen. Die Glucose-Toleranzstörung tritt im Durchschnitt bei jeder zwanzigsten Schwangerschaft auf und betrifft meist nur die Schwangerschaftsmonate. 

Das Auftreten von Diabetes während der Schwangerschaft kann verschiedene Ursachen haben. Mit einfachen vorbeugenden Maßnahmen können werdende Mütter das Risiko einer Erkrankung verringern. Wir haben alle wichtigen Tipps zur Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes für Sie zusammengefasst, damit Ihr Kind einen gesunden Start ins Leben genießt. 

Symptome und Risiken bei Schwangerschaftsdiabetes 

Überwiegend in der zweiten Schwangerschaftshälfte schüttet der weibliche Körper vermehrt Schwangerschaftshormone, wie Cortisol, Östrogen und Progesteron, aus, die zu einer Insulinresistenz und somit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen. Das führt unter anderem zu einem Wachstumsschub beim Kind und einer erhöhten Infektionsanfälligkeit der Harnwege. 

Da die Krankheit schleichend auftritt und die Symptome von werdenden Müttern kaum bemerkt werden, ist die Vorsorge durch regelmäßige Bluttests beim Arzt dringend zu empfehlen. Bleibt Schwangerschaftsdiabetes unerkannt, kann das lebensgefährlich für das ungeborene Kind werden oder dessen Entwicklung beeinträchtigen. 

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes 

Eine ungesunde Lebensweise sowie bestimmte Vorerkrankungen können das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes begünstigen. Auch werdende Mütter, die nicht als Risikopatienten gelten, sollten sich zwischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche einen Blutzucker-Suchtest unterziehen. 

Übergewicht und kongenitale Vorbelastungen gelten als größte Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes. Auch das Alter der werdenden Mutter spielt eine Rolle: Frauen über 30 erkranken deutlich häufiger an Schwangerschaftsdiabetes als junge Mütter. Erhöhte Vorsicht gilt auch bei Müttern, die bereits übergewichtige Kinder zur Welt gebracht haben oder Fehlgeburten unbekannter Ursache hatten. 

Der wichtigste Vorsorge-Schritt: Regelmäßige Untersuchungen beim Arzt

Schwangere, die eines der Risikomerkmale für Schwangerschaftsdiabetes aufweisen, sollten bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft Blutzuckermessungen durchführen lassen und auf typische Anzeichen achten. Bei einem negativen Ergebnis wird der Test zwischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche wiederholt und die Erkrankung gegebenenfalls durch einen oralen Glucose-Toleranztest detektiert. 

Anzeichen während der Schwangerschaft können starke Gewichtszunahme, die Überproduktion von Fruchtwasser und glucosehaltiger Urin sein. Auch auftretende Harnwegsinfektionen können auf Schwangerschaftsdiabetes hinweisen. Schwangere über 30 sollten besonders sorgfältig vorsorgen und auf ihren Körper achten. 

Behandlungsmöglichkeiten für Schwangerschaftsdiabetes 

Durch die Anpassung der Ernährung können an Schwangerschaftsdiabetes Erkrankte ihren Blutzuckerwert auf einem gesunden Level halten. Eine ärztlich begleitete Ernährungstherapie reicht in vielen Fällen bereits aus, um die Glucosewerte im Blut zu normalisieren. Zuckerhaltige Speisen und Getränke werden radikal reduziert und die Aufnahme von Kohlenhydraten systematisch über den Tag verteilt. 

Da blutzuckersenkende Tabletten (Antidiabetika) während der Schwangerschaft tabu sind, hilft in schweren Fällen nur eine Insulintherapie. Das bedeutet, dass sich erkrankte Frauen während der Schwangerschaft ein bis zwei Mal täglich Insulinpräparate spritzen müssen, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. 

Nach der Geburt des Kindes sinkt der Blutzuckerspiegel bei den meisten Frauen schnell wieder auf Normalwerte und die Insulintherapie kann beendet werden. Zur Vorsorge sollten betroffene Mütter in den ersten 12 Monaten nach der Geburt weiterhin auf ihre Blutzuckerwerte achten und entsprechende Tests beim Arzt durchführen lassen. 

Vorsorge ist die beste Medizin 

Damit das Diabetesrisiko während der Schwangerschaft möglichst niedrig ist, können junge Eltern sich schon vor der Empfängnis vorbereiten und auf ihre Gesundheit achten. Durch die Reduzierung des Körpergewichts auf einen BMI unter 27 können Sie einen der drei größten Risikofaktoren bereits ausschließen. 

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes ist die Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit ausreichend Bewegung senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erheblich und beugt auch vielen anderen Beschwerden vor. Vermeiden Sie zuckerreiche Speisen und ernähren Sie sich so abwechslungsreich wie möglich. 

Süßspeisen und fetthaltige Knabbereien sollten während der Schwangerschaft möglichst komplett aus dem Speiseplan der werdenden Mutter verschwinden. Verteilen Sie die Aufnahme kohlenhydrathaltiger Speisen gleichmäßig auf kleinere Mahlzeiten und essen Sie diese über den Tag verteilt, um den Blutzuckerspiegel möglichst niedrig zu halten. 

Essen Sie sich gesund während der Schwangerschaft 

Die richtige Ernährung hält nicht nur Sie und Ihr Kind gesund, sondern wirkt sich auch positiv auf den Hormonhaushalt und die Stimmung während der Schwangerschaft aus. Deshalb ist die Umstellung des Lebensstils und der Ernährung nicht nur für Risikopatientinnen über 30 empfehlenswert. 

Haben Sie Fragen zu Risikoschwangerschaften und Schwangerschaftsdiabetes, kontaktieren Sie unser kompetentes und freundliches Team. 

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