Beeinflusst Sport die Chance auf eine Schwangerschaft?

Frauen, die schwanger werden wollen, überlegen oft wie sie ihren Lebensstil in Hinblick auf den Kinderwunsch positiv verändern können. Empfehlungen für Verhaltensweisen, die die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen, finden sich. Neben einer ausgewogenen, natürlichen Ernährungsweise und dem Verzicht auf schädigende Substanzen, wie Alkohol und Tabak zählen auch Gewichtsreduzierung und Bewegung dazu. 

Wie groß ist aber der Einfluss von körperlicher Bewegung auf die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, tatsächlich? Welche Sportarten eignen sich vor und im Verlauf der Schwangerschaft, von welchen ist eher abzuraten? Das untersuchen wir im folgenden Beitrag. 

Training vor und während der Schwangerschaft: empfehlenswert oder riskant? 

Expertinnen und Experten sind sich einig: Schwangere profitieren grundsätzlich von sportlicher Betätigung – vor allem, wenn sie schon vor Eintritt der Schwangerschaft mit einer gewissen Regelmäßigkeit trainiert haben. Sportlich Aktive besitzen eine höhere körperliche Fitness, sind seltener übergewichtig und weisen eine verbesserte Durchblutung auf – Faktoren, die sich auf das Entstehen und den Verlauf einer Schwangerschaft günstig auswirken. 

Mehrere wissenschaftliche Studien belegen auch, dass Frauen, die durch künstliche Befruchtung schwanger werden möchten, von Bewegung profitieren. Zwar unterschieden sich die Erfolgsraten nicht wesentlich in Hinblick auf das Eintreten einer Schwangerschaft. Die Frauen, die an einem Sportprogramm teilnahmen und Gewicht reduzierten, hatten allerdings höhere Chancen, die Schwangerschaft über die gesamte Dauer zu erhalten. 

Welche Sportarten sind für Schwangere besonders geeignet? 

Es ist verständlich, dass Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere unnötige Risiken für sich oder ihr Baby möglichst ausschließen möchten. Angst vor Sport in der Schwangerschaft ist aber unbegründet, solange einige Verhaltensregeln beachtet werden. Wichtig ist vor allem: Es kommt weniger auf die Art der ausgeübten Sportart an, sondern viel mehr auf Intensität und Dauer der Trainingseinheiten. 

Eine gängige Empfehlung lautet: 150 Minuten Bewegung pro Woche, aufgeteilt auf mehrere Einheiten. Auch sehr kurze Betätigung von wenigen Minuten wirkt sich schon positiv aus, wenn sie regelmäßig wiederholt wird. Als Faustregel lässt sich sagen: Alles, was der Schwangeren gut tut, sie nicht überfordert und Spaß macht, ist auch für das Baby gut! 

Besonders gut für Schwangere geeignet sind zum Beispiel folgende Sportarten: 

Gymnastik ist ein sanfter Einstieg für eher Ungeübte und birgt so gut wie kein Verletzungsrisiko. Es sollte darauf geachtet werden möglichst viele Muskelgruppen zu dehnen und zu aktivieren. Spezielle Schwangerengymnastik dient besonders zur Vorbereitung auf die Geburt, Übungen mit Augenmerk auf die Rückenmuskulatur helfen dabei, schwangerschaftsbedingten Rückenproblemen vorzubeugen. 

Wer schon vor der Schwangerschaft Gymnastik, Pilates oder Yoga betrieben hat, kann das gewohnte Training unbesorgt fortsetzen – die individuelle Leistungsgrenze sollte man allerdings nicht überschreiten. Auch hier gilt: Besser kürzere Einheiten in regelmäßigen Abständen als zu intensives, kräfteraubendes Training – letztlich sollte immer die Freude an der Bewegung im Vordergrund stehen! 

Ausdauersportarten eignen sich ebenfalls gut zum Aufrechterhalten der körperlichen Belastungsfähigkeit in der Schwangerschaft. Sie stärken Herz und Kreislauf, lockern die Muskulatur und wirken entspannend. Das Angebot an möglichen Betätigungen ist hier sehr groß, Einschränkungen gibt es nur wenige. 

Als geradezu ideal gelten das Radfahren, Wandern, Nordic Walking und Schwimmen. Sie tragen schon vor der Schwangerschaft zu einer Erhöhung der körperlichen Fitness bei. Am Beginn und im Verlauf der Schwangerschaft stellen sie so gut wie kein Risiko für die Schwangere oder das Kind dar, wenn nicht besonders intensiv trainiert wird. 

Muskelaufbau und Krafttraining haben auch in der Schwangerschaft ihren Platz. Wer gewöhnlich ein- oder mehrmals pro Woche ein Fitnessstudio besucht, muss nun nicht darauf verzichten – die Intensität des Trainings sollte nur nach und nach etwas reduziert, kürzere Einheiten bevorzugt werden. Das Motto lautet jetzt: Erhalt der Fitness geht vor Leistungssteigerung! 

Und nicht zuletzt: Regelmäßige Bewegung fördert das psychische Wohlbefinden, reduziert Stress und führt zu mehr Ausgeglichenheit und Gelassenheit – alles Faktoren, die wesentlich zu einem guten Verlauf der Schwangerschaft beitragen. 

Welche Sportarten sollten gemieden werden? 

Sportarten, die ein erhöhtes Sturz- und Verletzungsrisiko aufweisen oder bei denen ruckartige Bewegungen und häufige Richtungswechsel vorkommen, sollten ab dem Eintreten der Schwangerschaft besser nicht mehr ausgeübt werden. Dazu zählen etwa Skifahren, Tennis, Squash, Inlineskating und Mannschaftssportarten, wie Volleyball. Joggen ist aufgrund der hohen Stoßbelastungen ebenfalls nur bedingt geeignet. 

Quellen: 

https://www.kinderwunsch.at/ 

https://www.meduniqa.at/magazin/schwanger/Sport-in-der-Schwangerschaft.de.html 

https://www.sportscheck.com/fitness/themen/sport-in-der-schwangerschaft/ 

https://www.netmoms.de/magazin/kinderwunsch/schwanger-werden/hat-sport-auswirkungen-auf-den-kinderwunsch/ 


https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30057778 


https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27250851

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28739335

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