Ist die Anzahl künstlicher Befruchtungen begrenzt?

Wenn der Traum vom Wunschkind auf natürlichem Weg nicht in Erfüllung gehen will, steht irgendwann die Frage nach den Ursachen und Alternativen im Raum. Wer eine künstliche Befruchtung als Lösung in Betracht zieht, möchte häufig wissen, wie oft man sich einer Behandlung unterziehen kann. Für eine Antwort ist auch das biologische Alter des Körpers zu berücksichtigen. Zwischen dem Alter laut Geburtsdatum und dem Alter aufgrund der Konstitution – dem biologischen Alter – können Unterschiede bestehen. 

Sofern es aus medizinischer Sicht keine Bedenken gibt, können Sie eine künstliche Befruchtung mehrfach durchführen lassen. Die moderne Reproduktionsmedizin ist heute so weit entwickelt, dass Behandlungen sehr schonend vorgenommen werden. Zwar ist es abhängig von der gewählten Methode, doch in der Regel sind fünf oder sechs Wiederholungen möglich, sofern beide Partner damit einverstanden sind. Letztlich ist jede künstliche Befruchtung mit einer psychischen Belastung verbunden. Sie selbst können durch eine bewusste Lebensweise dazu beitragen, dass Ihre Behandlung eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Erfolg hat. 

Hinzu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung statistisch gesehen mit der Zahl der Versuche abnimmt. Bei einem dritten oder vierten Versuch sind die Chancen auf eine Schwangerschaft geringer als beim ersten oder zweiten Mal. Vor diesem Hintergrund ist es empfehlenswert, einen begonnenen Behandlungszyklus bis zum Ende durchzuführen, um den Erfolg nicht zu gefährden. 

Die körperliche Konstitution beider Partner ist ein wichtiger Faktor für eine Befruchtung. Das gilt unabhängig davon, ob eine Befruchtung auf natürlichem Weg erfolgt oder nicht. Wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie und Ihr Partner auf eine ausgewogene Ernährung, viel Schlaf und regelmäßigen Sport achten. Wenn möglich, verbannen Sie Hektik und Stress aus Ihrem Alltag und nutzen Sie eine effektive Entspannungstechnik.

Ein junger und gesunder Körper erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung. Das biologische Alter steht für den Zustand des gesamten Organismus. Es ist ein Indiz für die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist. Zu einem gesunden Körper gehören ein kräftiges Herz, ein stabiler Kreislauf, voll funktionsfähige Zellen und Organe. Durch einen gesunden Lebensstil können Sie das biologische Alter Ihres Körpers positiv beeinflussen. 

Sie fühlen sich im Alter von 40 Jahren wie mit 30? Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass Ihr Körper biologisch in einem guten Zustand ist. Wenn Sie sich als Paar ein Kind wünschen, ist das biologische Alter für Sie beide von erheblicher Bedeutung. Neben gesunder Ernährung, Sport und Entspannung wirken auch ein enges soziales Netzwerk sowie der Austausch mit Familie und Freunden stärkend und ausgleichend.

Um das biologische Alter Ihres Körpers zu bestimmen, können beide Partner zum Beispiel einen Onlineselbsttest durchführen. Es gibt im Internet einige leistungsfähige Rechner, mit denen Sie Ihr biologisches Alter selbst ermitteln können. Noch besser ist es, wenn Sie und Ihr Partner Ihr biologisches Alter bei einem Arzt berechnen lassen. Er untersucht den gesamten Körper sowie Ihre Blutwerte und kommt dadurch zu einer fundierten Einschätzung. 

Schon vor der ersten künstlichen Befruchtung lohnt es sich, das biologische Alter analysieren zu lassen. Falls nötig, können Sie Ihren Lebensstil danach positiver ausrichten, sodass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit einer künstlichen Befruchtung von Anfang an erhöht. So steigt Ihre Chance auf eine Schwangerschaft gleich bei Ihrem ersten Versuch. Die Frage nach der Begrenzung weiterer Behandlungen stellt sich damit häufig nicht mehr.   

Bei der Frage nach einer Begrenzung der Zahl künstlicher Befruchtungen mögen auch die Kosten eine Rolle spielen. Paare, die sich die Kosten einer Behandlung teilweise durch den österreichischen IVF-Fonds erstatten lassen wollen, können bis zu vier Versuche durchführen. Sofern es dabei nicht zu einer Schwangerschaft kommt, trägt der Fonds keine weiteren Kosten. 

Lediglich im Fall einer erfolgreichen Schwangerschaft besteht ein Anspruch auf die Kostenübernahme von weiteren vier Versuchen. Wenn Sie also durch eine künstliche Befruchtung schwanger geworden sind und der IVF-Fonds einen Teil der Kosten übernommen hat, haben Sie Anspruch auf die Erstattung von weiteren Auslagen für maximal vier Versuche. Insofern ist die Frage nach einer Begrenzung der Anzahl künstlicher Befruchtungen nicht ausschließlich aus medizinischer Sicht zu bewerten. Auch die Erstattungsfähigkeit der anfallenden Kosten spielen eine Rolle. 

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