„Boost your potential“: Wissenswertes rund ums Sperma

Allzu oft unterschätzt Mann seine Rolle beim Schwanger werden. Er nimmt vermeintlich einen Nebenpart ein und jegliche Aufmerksamkeit wird auf die Mama in spe gerichtet. Doch schon in der Schule lernen wir, dass die Rollenverteilung beim Schwanger werden klar verteilt ist: Es gehören immer zwei dazu! Welche Aufgabe das männliche Sperma dabei übernimmt, was es überhaupt ist und wie die männliche Potenz auf ganz natürlichem Wege verbessert werden kann, gibt’s hier zum Nachlesen: 


Wissensauffrischung: Sperma, Spermien und Samenflüssigkeit 

Den Beginn machen ein paar grundlegende Fakten über den menschlichen – im konkreten Fall – über den männlichen Körper und sein Sperma.  

Sperma ist die milchig-trübe Flüssigkeit, die ein Mann während des Samengusses (Ejakulation) aus dem Penis absondert. Die Flüssigkeit besteht aus Spermien (Samenfäden oder Spermatozoen), zum größten Teil aber aus den Flüssigkeiten verschiedener Drüsen. Diese Sekrete helfen dabei, die Spermien zu transportieren und ihre Beweglichkeit zu sichern. Außerdem bilden sie eine Art Schutzschild für die Spermien, wenn sie ins saure Milieu und zu den Abwehrzellen in der Scheide gelangen. Ohne diese Samenflüssigkeit ist eine natürliche Befruchtung der weiblichen Eizelle nicht möglich!  

 

Winzig kleine Hürdenschwimmer 

Mit 0,06 Millimetern ist ein einzelnes Spermium so klein, dass es mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Etwa 200 Millionen Spermien sind in einer durchschnittlichen Spermamenge enthalten. Von ihnen ist jedoch nur die Hälfte fit, gesund und beweglich. Der Rest ist zu langsam, hat zwei Köpfe oder schwimmt in die falsche Richtung.  

Für ihren ca. 15 cm langen Weg zur Eizelle brauchen die Spermien in etwa eine Stunde. Eine beeindruckende Leistung, wenn man weiß, dass ein Spermium für jeden Zentimeter, den es zurücklegt, 800 Mal mit seinem Schwanz schlagen muss. Unterstützt werden sie dabei von den Muskelbewegungen der Gebärmutter und der Eileiter. Sie saugen die kleinen Hürdenschwimmer regelrecht an. Im Gebärmutterhals angekommen, können die Spermien dort fünf bis sieben Tage überleben, in der Vagina sind es hingegen nur wenige Stunden.   

 

Was „gutes“ Sperma auszeichnet 

Viel Flüssigkeit ist bei weitem noch kein Indiz für den guten Zustand des Spermas. Die Qualität ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören die Menge an Spermazellen, ihre Konsistenz und Beweglichkeit sowie die Zahl an normal ausgebildeten Zellen. Dabei ist es vollkommen natürlich, dass einige Zellen aus der Reihe tanzen. Mit einem sogenannten Spermiogramm wird der Sperma-Zustand analysiert. Mit seiner Hilfe kann Auskunft darüber gegeben werden, wie es um die männliche Zeugungsfähigkeit bestellt ist. 

Die Qualität des Spermas kann bei ein und demselben Mann übrigens schwanken. So wie viele andere körperliche Leistungen und geistige Möglichkeiten auch, ist das Sperma mehr oder weniger von der Tagesverfassung abhängig. Diese wird wiederum von Stress, Ernährung, Medikamenten, dem Konsum von Genussmitteln und der Hodentemperatur beeinflusst. 

 

Hitzige Fakten und Tipps für den Männer-Alltag  

Apropos Hodentemperatur: Schon gewusst, dass Hoden am besten bei kühler Temperatur funktionieren? Deshalb befinden sie sich auch nicht im, sondern außerhalb des Körpers. Obwohl die empfindlichen Organe dadurch ein höheres Verletzungsrisiko haben, hat sich in der Entwicklung die kältere „Außenposition“ der Hoden durchgesetzt, die zwei Grad unter der Körperkerntemperatur liegt. So können die Samenfäden optimal reifen.  

Um nicht der männlichen Anatomie und dem eigenen Kinderwunsch entgegenzuwirken, sollte Mann also eine Überwärmung der Hoden vermeiden. Die Organe müssen stets die Chance haben ihre Temperatur zu regeln, deswegen sind das Handy in der Hosentasche, der Laptop am Schoß oder zu enge Unterwäsche genauso zu vermeiden wie die Sitzheizung im Auto. Dazu zählt ebenfalls stundenlanges Sitzen, wie es in Bürojobs oft der Fall ist. Auch bei manchen Sportarten, zu denen etwa lange Fahrradtouren gehören, können sich die Hoden durch die Reibung aufwärmen. Doch natürlich spricht nichts dagegen, sich hin und wieder in den Sattel zu schwingen. Selbst gegen die Sauna ist nichts einzuwenden, wenn auf das Schwitzen eine ordentliche Abkühlung folgt.  

 

Was Mann noch tun kann, um seine Fruchtbarkeit zu erhöhen 

Die gute Nachricht zuerst: Um die Qualität des Spermas zu verbessern, gibt es tatsächlich ein effektives Wundermittel. Die schlechte Nachricht ist: Das Wundermittel erfordert einiges an Disziplin und Willensstärke. Die Rede ist von einer gesunden Lebensweise. Stress reduzieren, den Alkoholkonsum minimieren und mit dem Rauchen aufhören sind weitere Punkte, die der männlichen Potenz zugutekommen. Details dazu gibt’s im Blogartikel „5 Dinge, die ihr nicht tun solltet, wenn ihr schwanger werden wollt“ (Verlinkung einfügen). Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass qualmende Männer im Vergleich zu Nichtrauchern nicht nur zahlenmäßig weniger Spermien produzieren, sondern dass ihre Spermien auch weniger beweglich sind.  

Übrigens: All die Bemühungen bringen nichts, wenn sie nicht langfristig umgesetzt werden. Denn es dauert 74 Tage, bis eine Spermazelle fertiggestellt ist. Bis zu 20 Tage kann sie im Hoden überleben. Zusammengerechnet kann es also beinahe drei Monate dauern, bis eine messbare Veränderung der Spermienqualität eintritt.