Endometriose - Die neue Hoffnung kommt aus den Zitrusfrüchten

Einer neuen Studie zufolge können Zitrusfrüchte das Risiko für Endometriose senken. Bei der Endometriose handelt es sich um das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dabei findet sich die Schleimhaut in den meisten Fällen im Bereich der Eierstöcke, der Scheidenwand oder auf dem Darm wieder. Endometriose spielt im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch eine bedeutende Rolle.

Im Februar 2018 publizierte eine Forschergruppe aus den USA eine Studie in der aufgezeigt wurde, dass ein hoher Konsum an Obst insbesondere an Zitrusfrüchten das Endometrioserisiko senken könnte. Zitrusfrüchte wie beispielsweise Orangen und Grapefruits sind reich an β-Cryptoxanthin, welches eine Vorstufe des Vitamin A ist. Frauen mit Endometriose haben oft einen erniedrigten Vitamin A Wert. Durch die Zufuhr von  β-Cryptoxanthin/Vitamin A welches in Orangen, Mandarinen, Karotten, Paprika, Kürbis und Eigelb enthalten ist, konnte das Endometrioserisiko in der benannten Studie um 22% gesenkt werden.

Die Studie, welche zwischen 1991 und 2013 durchgeführt wurde, schließt 70.835 Frauen vor den Wechseljahren ein. Diese Frauen hatten vor Beginn der Studie keine Endometriose, keinen unerfüllten Kinderwunsch und keinen Krebs (außer einem Nichtmelanomen Hautkrebs). Die Studienteilnehmerinnen wurden alle 4 Jahre zu ihrer Ernährung befragt. Die Antworten wurden dann statistisch ausgewertet und eine Korrelation zwischen dem Verzehr von Obst und Gemüse und der Entstehung einer Endometriose dokumentiert.

Bei 4% der Studienteilnehmerinnen, das waren 2609 Frauen, konnte während beziehungsweise nach Ende der Studiendauer eine Endometriose mittels Bauchspiegelung diagnostiziert werden.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein hoher Konsum von Obst das Endometrioserisiko bei den Studienteilnehmerinnen verringerte. Vor allem bei Zitrusfrüchten war der Zusammenhang deutlich. Frauen, die mindestens eine Portion Zitrusfrüchte am Tag aßen, hatten ein um 22% geringeres Risiko an Endometriose zu erkranken, als Frauen die weniger als eine Portion pro Woche aßen.

Kein genereller Zusammenhang konnte beim Konsum von Gemüse festgestellt werden. Eigenartigerweise führte in dieser Studie der Konsum von 1 Portion Kohlsorten, insbesondere Blumenkohl, Weißkohl und Kohlsprossen pro Tag zu einer Zunahme des Endometrioserisikos um 13%. Eine wissenschaftliche Erklärung für dieses Hypothese konnte allerdings keine gefunden werden. Kohlsorten sind eher schwer verdaulich und könnten daher den Magen und Darm belasten was eventuell die Symptome der Endometriose verstärkt.

Grundsätzlich ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse für die Vorbeugung von verschiedensten Erkrankungen wichtig. Obst und Gemüse sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen, Insbesondere bei chronischen Erkrankungen ist eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen für den Körper sehr wichtig, aber auch bei bestehendem Kinderwunsch, sollte strikt auf eine gesunde Ernährung geachtet werden.

 

Kurzfassung Dr. Josef Zech

In der aktuellsten Ausgabe der renomierten Fachzeitschrift Human Reproduction (Harris HR et al.: Fruit and vegetable consumption and risk of endometriosis, Human Reproduction, April 2018) wird eine sehr interessante Arbeit über Ernährung und Endometriose präsentiert.

Die Forscher beobachteten insgesamt 70835 Frauen über einen Zeitraum von 22 Jahren. Bei immerhin 2609 Frauen konnte über eine Bauchspiegelung eine Endometriose klinisch nachgewiesen werden.

Über einen Fragebogen zu deren Essgewohnheiten konnte herausgefunden werden, dass bei jenen Frauen, welche eine, oder mehrere Zitrusfrüchte am Tag zu sich nahmen, ein um 22% niedrigeres Endometrioserisiko bestand, als bei jenen Frauen, welche nur einmal pro Woche Zitrusfrüchte verzehrten.

Interessant war auch die Erkenntnis, dass Frauen, welche einmal oder öfter pro Tag Kohl aßen, ein 13% höheres Risiko hatten an einer Endometriose zu erkranken. Bei den restlichen Gemüsesorten konnte keine Auffälligkeit gefunden werden.

Als  Wirksubstanz für diesen erfreulichen Effekt der Zitrusfrüchte konnte das  beta-cryptoxanthin ausfindig gemacht werden.  Es ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carotinoide und wird im Körper zu Vitamin A umgebaut.

Diese Substanz findet man überwiegend in der

Papaya, Kaki, Roten Paprika (spanischer Pfeffer), Pfirsichen, Mango, Orangen, Mandarinen, Physalis

ferner: Eigelb und Butter.

 

Autor: Dr. Josef Zech, 05. April 2018