Die unterschätzte Ursache: Chronische Endometritis und unerfüllter Kinderwunsch


Du kämpfst seit einiger Zeit mit unerfülltem Kinderwunsch?  Eine chronische Endometritis könnte der Grund sein – und diese bleibt oft unentdeckt. Erfahre, wie die stille Entzündung die Fruchtbarkeit beeinflusst, wie sie erkannt wird und welche Behandlung neue Hoffnung auf dem Weg zum Wunschkind schenkt. 


Kurzfassung: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse zu Chronischer Endometritis und unerfülltem Kinderwunsch
 

  1. Chronische Endometritis verläuft aufgrund unspezifischer Symptome oft unbemerkt, kann aber die Einnistung und Fruchtbarkeit stark beeinträchtigen. 
     
  2. Wiederholtes IVF-Versagen oder Fehlgeburten können auf eine chronische Endometritis hinweisen. 
     
  3. Eine gezielte Diagnose und Antibiotikabehandlung verbessern die Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich. 


Chronische Endometritis – was ist das?

Eine chronische Endometritis ist eine anhaltende, oft unbemerkte Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Diese Schleimhaut ist entscheidend für die Einnistung einer befruchteten Eizelle und damit für die Chancen auf eine Schwangerschaft. Viele Frauen versuchen über längere Zeit hinweg, schwanger zu werden, ohne dass es klappt – und auch wiederholte IVF-Versuche bleiben manchmal erfolglos. Eine mögliche, oft übersehene Ursache kann eine chronische Endometritis sein. 

Welche Symptome treten bei chronischer Endometritis auf?

Das Problem: Die chronische Form einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut verläuft häufig symptomfrei oder nur mit sehr unspezifischen Beschwerden wie leichten Unterbauchschmerzen, Veränderungen des Ausflusses oder unregelmäßigen Blutungen. Solche Symptome werden oft anderen Ursachen zugeschrieben oder gar nicht erst wahrgenommen.  

Was verursacht eine chronische Endometritis?

Häufige Ursachen für eine Endometritis sind bakterielle Infektionen, medizinische Eingriffe an der Gebärmutter oder Störungen im vaginalen Mikrobiom. Auch bei Endometriose ist das Risiko einer Endometritis erhöht.  

Wie häufig kommt eine chronische Endometritis vor?

Gerade bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, wiederholten Fehlgeburten oder wiederholtem Implantationsversagen zeigt sich, dass chronische Endometritis häufiger vorkommt als gedacht – in einzelnen Gruppen liegt die Rate bei bis zu 50 Prozent.  

Diagnose & Behandlung: Was tun bei Verdacht auf chronische Endometritis? 

Die gute Nachricht vorweg: Mithilfe einer Biopsie zur Diagnose und anschließenden Einnahme von Antibiotika lässt sich eine chronische Endometritis in der Regel schnell und gut behandeln.  

Bei einer Endometriumbiopsie wird eine kleine Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut entnommen und im Labor auf Entzündungszellen untersucht. Moderne Methoden nutzen zusätzlich spezifische Antikörper, und in manchen Fällen wird eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) durchgeführt.  

Die Behandlung ist in den meisten Fällen erfolgreich. Standard ist eine Antibiotikatherapie, meist mit Doxycyclin über zwei Wochen.

Im Anschluss kontrolliert man den Erfolg oft durch eine erneute Gewebeentnahme. In besonderen Situationen können auch intrauterine Antibiotikainfusionen oder Probiotika sinnvoll sein.  

Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und was du selbst tun kannst 

Chronische Endometritis beeinträchtigt die Fruchtbarkeit auf unterschiedliche Weise.

Die Entzündung stört vor allem die Einnistung des Embryos, da die Gebärmutterschleimhaut nicht die optimalen Bedingungen für eine Schwangerschaft bietet. Zudem ist das Risiko für Fehlgeburten erhöht und auch die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung können deutlich sinken, wenn die Entzündung unbehandelt bleibt.  

Nach erfolgreicher Therapie hingegen steigen die Schwangerschafts- und Geburtenraten oft spürbar an. Wer schon länger erfolglos versucht, schwanger zu werden – besonders nach wiederholten Fehlgeburten oder IVF-Versagen – sollte das Thema aktiv bei der behandelnden Frauenärztin oder im Kinderwunschzentrum ansprechen.

Die moderne Diagnostik ermöglicht eine klare Abklärung und eröffnet damit neue Chancen. Auch wenn die Diagnose zunächst belastend erscheint: Die Prognose nach erfolgreicher Behandlung ist in der Regel sehr gut.  

Fazit

Chronische Endometritis ist ein lösbares Problem auf dem Weg zum Wunschkind. Wer betroffen ist, sollte sich nicht entmutigen lassen, sondern gezielt nachfragen und behandeln lassen – oft ist dies der entscheidende Schritt zu einer erfüllten Schwangerschaft. 

Gut zu wissen